Begleitantrag in der BV1 zur Vorlage 171/ 178/2011 Kö-Bogen, Baumfällungen im Rahmen der Errichtung der Verkehrsanlagen des 1. Bauabschnittes
23. Sep 2011

Düsseldorf, den 31. März 2011

Frau Sabine Schmidt
Bezirksvorsteherin  

Sitzung der Bezirksvertretung 1: Begleitantrag zur Vorlage 171/ 178/2011 Kö-Bogen, Baumfällungen im Rahmen der Errichtung der Verkehrsanlagen des 1. Bauabschnittes  

 

Sehr geehrte Frau Schmidt,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, folgenden Begleitantrag zur Vorlage 171/ 178/2011 auf die Tagesordnung der Sitzung am 29. September 2011 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:  

Die Bezirksvertretung 1 bittet die Verwaltung, alle Baumfällungen, Baumaßnahmen und Bauvergaben zur Errichtung des Süd-Nord Tunnels im Rahmen des 1. Bauabschnittes  des  Kö-Bogens  auszusetzen  bis  das  Ergebnis  des Ministerentscheides zum Tausendfüßler feststeht.  

Begründung:

Die Verkehrsanlagen im 1. Bauabschnitt des Kö-Bogens sehen unter anderem einen Tunnel zur Verkehrsführung in Süd-Nord-Richtung vor. Von der Berliner Allee aus soll der Verkehr ab der Immermannstraße unterirdisch in Richtung Norden geführt werden und in der Hofgartenstraße auf Höhe des Theatermuseums enden.

Diese Anlage ist untrennbar mit dem geplanten zweiten Bauabschnitt verbunden. Erst durch die parallele Errichtung des zweiten langen Tunnels in Nord-Süd-Richtung und den damit verbundenen Abriss der Hochstraße „Tausendfüßler“ entsteht ein zusammenhängendes verkehrliches- und städtebauliches Konzept. Die Umsetzung dieses zweiten Teils (Abriss des Tausendfüßlers und Errichtung des Nord-Süd Tunnels) ist aber zurzeit unsicher. Die Landeshauptstadt hat den Antrag auf Abriss der denkmalgeschützten Hochstraße beim Landschaftsverband Rheinland gestellt. Dieser  hat  jedoch  Widerspruch  bekundet  und  einen  Entscheid  des Landesbauministers – als oberste Denkmalbehörde – herbeigeführt.

Es ist also möglich, dass der Minister für den Erhalt des Tausendfüßlers entscheidet. Die jetzt forcierten Baumaßnahmen am Süd-Nord-Tunnel würden dann zu einer verkehrlichen und städtebaulichen fatalen Situation führen. Die Jägerhofpassage, die heute die beiden Teile des Hofgartens für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen verbindet, wäre durch den Tunnelbau zerstört. Gleichzeitig bliebe der oberirdische Weg aufgrund der weiterhin genutzten Zufahrt zum Tausendfüßler versperrt.

Unabhängig von der politischen Einschätzung der Planungen am Kö-Bogen ist es im Sinne aller Beteiligten in Verwaltung und Politik der Stadt Düsseldorf, bei beiden möglichen Ergebnis des Ministerentscheides eine funktionierende verkehrliche und städtebauliche Lösung schaffen zu können. Jede nicht rückholbare Maßnahme im Rahmen des ersten Bauabschnittes, die dem entgegensteht muss daher ausgesetzt werden, bis das Ergebnis feststeht. Dazu gehören alle Vergaben und Bauarbeiten am Tunnelbauwerk nördlich der Schadowstraße sowie die in der Vorlage angekündigten Baumfällungen.

Da der Ministerentscheid noch in diesem Jahr vorliegen wird, ist der nötige Aufschub sicherlich angemessen und für das langfristige und bedeutende Projekt Kö-Bogen zu verkraften.  

Mit freundlichen Grüßen  

Ingrid Landau   Elke Cardeneo  Jörk Cardeneo  Jürgen Kamenscheck