BV 9 Antrag für Neubepflanzung und -gestaltung der Weiher-Insel von Schloss Benrath
05. Sep 2014
Schloss Benrath

An den Bezirksvorsteher der BV 9
Herrn Dr. Karl-Heinz Graf
Benrodestr. 46  
40597 Düsseldorf    
 
Sehr geehrter Herr Dr. Graf,

die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung der Bezirksvertretung 9 am 05.09.2014 zu setzen:

Antrag: Die BV 9 möge beschließen:

Die Verwaltung wird aufgefordert,

1. die Insel im Weiher von Schloss Benrath zu erhalten

2. zu prüfen welche Baum- bzw. Pflanzenart als sturmfeste und nachhaltige Ersatzpflanzung für die vom „Sturmtief Ela“ am 9.6.2014 umgestürzte Trauerweide auf der Weiher-Insel des Schloss Benrath in Frage kommt.

3. zu prüfen, ob in Kooperation zwischen „Stiftung Schloss und Park Benrath“ und Düsseldorfer Künstler*innen in Form eines Wettbewerbs zur Neubepflanzung und Neugestaltung der Weiher-Insel ein Kunstprojekt bzw. Mahnmal geschaffen werden kann, das auf den Klimawandel Bezug nimmt.

Begründung:
Es ist bekannt, dass schon vor Jahren die komplette Entfernung der Insel in der Diskussion stand, um den ursprünglichen barocken Charakter von Schloss Benrath wieder herzustellen.
Auch an anderen Punkten wurde versucht, dieses Ziel durchzusetzen: Gegen heftigen Widerstand aus der Bevölkerung wurde z.B. die als Naturdenkmal eingestuften Linden-Allee, die seit Jahrzehnten ungeschnitten zu eindrucksvollen „Kathedralen“ herangewachsen waren, wieder zu einer barocken Hochhecke gestutzt. Das ganze Ensemble sollte ja wieder in den angenommenen Zustand zurückversetzt werden, den es im Barock gehabt habe. Die eher dem Ideal des Englischen Garten entsprechende naturähnliche Böschung des Schlossweihers wurde wieder durch die steinerne Einfassung ersetzt. Die auch eher dem scheinbar wilden Eindruck eines Englischen Garten entsprechende Insel störte ebenfalls das strenge barocke Bild und sollte weg: Der Baum sei eh krank usw. Es gab dann ein Gutachten, das ihn dagegen als gesund einstufte und mit der Zuneigung der Bevölkerung blieb die Trauerweide.

Wir vermuten, dass der Sturmschaden vom 9.6.2014 willkommene Tatsachen geschaffen hat, die ins „Barock pur“-Konzept des Denkmalschutzes passen: Wenn Park und Schloss als Gesamtkunstwerk betrachtet werden dann ist nämlich das Ziel die „historisch nicht korrekt einzuordnende Insel mit Baum“ zu entfernen.

Heute jedoch ist die bepflanzte Insel ein emotionaler Faktor, der seit vielen Jahrzehnten zum Stadtteil-Bild der Anwohner und Schloss-Besucher gehört. Wir wollen, dass die Insel bleibt.
Ziel unseres Antrags ist einerseits eine Neubepflanzung der markanten Weiher-Insel.

Andererseits solle nicht nur eine Wiederherstellung des markanten Symbols „Baum mit Insel“ angestrebt werden. Ein „Weiter so“ mit einer neuen Trauerweide kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein: Ein Baum-Solitär auf der Weiher-Insel wäre weiterhin Wind- und Sturmschäden ausgesetzt und in permanenter Gefahr, wieder entwurzelt bzw. umgestürzt zu werden. Das Dezernat für Umweltschutz der Stadt Düsseldorf will für Nachpflanzungen nach Möglichkeit nur noch „Zukunftsbaumarten“ einsetzen.

Zur Nachpflanzung eignen sich Bäume und Pflanzen, die besser und nachhaltiger geeignet sind für die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Z. B. sind Bambus und Palmen bekannt für ihre Widerstandsfähigeit gegen Wind- und Sturmeinwirkungen und sind weniger der Gefahr von Bruch und Entwurzelung ausgesetzt.

Mit einer exotischen Neubepflanzung in Verbindung mit einer kreativen Neugestaltung der Insel kann zusätzlich ein Zeichen gesetzt werden um auf die Ursache aufmerksam zu machen, die die Trauerweide und zehntausende anderer Bäume zum Umstürzen brachte: nämlich der „Jahrhundertsturm“ am Abend des 9. Juni diesen Jahres, der allgemein mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht  wird.

Eine Verbindung von Neubepflanzung und künstlerischer Gestaltung, die mit dem Ensemble von Schloss Benrath harmoniert (oder auch kontrastiert) wäre gleichzeitig ein künstlerisches Symbol bzw. Mahnmal. Dieses kann in Bezug gesetzt werden zu dem Problem des Klimawandels, der bereits weltweit eingesetzt hat und inzwischen auch in Düsseldorf angekommen ist.

Für die Verwaltung der Stadt Düsseldorf, die „Stiftung Schloss und Park Benrath“ und die Düsseldorfer Kreativen bzw. Künstler*innen sind dieser Antrag und seine Begründung sicher eine willkommene Initiative, um eine angemessene und kreative Lösung für den derzeitig traurigen Zustand der Weiher-Insel zu finden.

Mit freundlichen Grüßen,


Ernst Welski (Fraktionsvorsitzender)     Richard F. Wagner (Mitglied der BV 9)