Anfrage zu: Sekundarschulen in Düsseldorf
17. Nov 2011

Herrn
Oberbürgermeister
Dirk Elbers

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 17.11.2011 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Welche Schritte sind zur Beantragung einer Sekundarschule durch den Schulträger vorgesehen und welche Kriterien sind derzeit schon bekannt, die für die Einrichtung von Sekundarschulen maßgebend sind?

2. Welches Konzept soll einer Sekundarschule im Unterschied zu einer Hauptschule zu Grunde liegen?

3. Wie bewertet die Verwaltung die Möglichkeiten, für die Anmeldung an einer Sekundarschule hinsichtlich der verbindlichen Elternbefragung zu werben in Anbetracht der Tatsache, dass die Informations- und Anmeldephase bereits direkt nach den Herbstferien beginnt?

Sachdarstellung:
Der Landeserlass zur Einrichtung von Sekundarschulen liegt noch nicht vor. Die Fraktionen von CDU und FDP haben aber im Schulausschuss am 11. Oktober 2011 im Vorgriff auf konkrete Landesregelungen die Verwaltung in Düsseldorf beauftragt, Hauptschulen zu unterstützen, die eine Umwandlung zur Sekundarschule erwägen. Mit diesem Vorgehen wurde deutlich, dass CDU und FDP die Planung von Sekundarschulen nicht als Steuerungsaufgabe des Schulträgers im Rahmen einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Schullandschaft ansehen. Stattdessen dokumentieren sie damit ihr Interesse, unter dem Etikett „Sekundarschule“ einzelne Hauptschulstandorte zu sichern. Das geht an dem auf Landesebene zwischen SPD, GRÜNEN und CDU gefundenen Schulkonsens völlig vorbei.

Die Einrichtung einer Sekundarschule erfordert einen längeren geregelten Prozess durch den Schulträger sowie der beteiligten Schule. Das beim Land einzureichende pädagogische Konzept muss Aussagen treffen können hinsichtlich der Sicherung gymnasialer Standards und hinsichtlich des Umgangs mit der Heterogenität der Schülerschaft und damit verbundenen Möglichkeiten der individuellen Förderung.

Die Lehrerschaft muss Ergänzung durch Lehrbefähigte der zweiten Fremdsprache erhalten, um den Besuch der kooperierenden Oberstufe zu ermöglichen. Den Schulen muss Gelegenheit gegeben werden, ein genehmigungsfähiges und für die Düsseldorfer Schullandschaft nachhaltig wirksames Konzept zu entwickeln, in dem die Rahmenbedingungen festgelegt und die Vorgaben des Landes im Sinne der Schülerinnen und Schüler umgesetzt werden können. Auch die Beratungen mit dem Schulträger erfordern einen gewissen zeitlichen Rahmen.

Erst nach erfolgter Festlegung dieser Bedingungen ist ein sinnvolles Werben bei den Eltern der potentiellen Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule überhaupt möglich. Angesichts der Verbindlichkeit der Elternbefragung, die eine potentielle Dreizügigkeit ergeben muss, für eine erfolgreiche Bewerbung des Schulträgers beim Land, ist das bisherige Vorgehen fragwürdig. Die Werbung für eine Schule, die kein aussagefähiges pädagogisches Konzept vorlegen kann, ist im Rahmen der direkt nach den Herbstferien beginnenden Elterninformations- und Anmeldephase schwierig.

Der auf Landesebene gefundene zwölfjährige Schulkonsens ermöglicht eine Bewerbung der Schulträger bis zum 30.12.2011, wenn die Kriterien zur Einrichtung einer Sekundarschule erfüllt sind. Die Kürze der Beantragungsfrist bietet besonders Kommunen, die bereits Schritte zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule unternommen haben, die Möglichkeit, dies in leicht veränderter Form zum nächsten Schuljahr umzusetzen.

In Düsseldorf sind bislang Schritte in diese Richtung unterblieben, so dass die Stadt als Schulträgerin und auch die in Frage kommenden Schulen am Anfang des Prozesses stehen. Unbenommen davon ist eine Beantragung der Sekundarschule beim Schulministerium zum darauf folgenden Schuljahr.

Mit freundlichen Grüßen

Clara Deilmann         Wolfgang Scheffler        Jens Petring

Antworten der Verwaltung