GRÜNE: Keine schulpolitischen Schnellschüsse - Elternbefragung längst überfällig
25. Mai 2012

Überrascht zeigte sich heute (25.05.2012) Wolfgang Scheffler, Vorsitzender des Schulausschusses, über die von der CDU-Fraktion erwähnten Pläne, ein zusätzliches Gymnasium in Düsseldorf einzurichten. "Es ist völlig falsch, auf die Anmeldezahlen für weiterführende Schulen mit einem Schnellschuss zu reagieren und durch die Errichtung eines neuen Gymnasiums Abhilfe schaffen zu wollen."

Das, was derzeit in der Verwaltung diskutiert und von Seiten der CDU Fraktion unterstützt wird, hält Scheffler deshalb für voreilig, weil dabei ausschließlich auf derzeitig und absehbar vorhandene bald leerstehende Schulgebäude zurückgegriffen und nach der finanziell günstigsten Lösung gesucht würde. Richtig wäre es, endlich anhand einer ernsthaften und längst überfälligen Elternbefragung die Bedarfe an Schulformen und Schulstandorten herauszufinden, wie es die GRÜNE Ratsfraktion schon mehrfach seit geraumer Zeit einfordert.

"Eine Planung vom Schreibtisch aus kann in einer guten und pädagogisch sinnvollen Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung nicht die Planung mit Beteiligung der Akteure wie Schulleitungen, SchülerInnen und Eltern ersetzen. Bevor nicht die Wünsche und Bedürfnisse klar erfasst sind und eine darauf bauende Konzeption erarbeitet wurde, ergibt es keinen Sinn, Einzelmaßnahmen als Lösungen hochzujubeln und damit an die Öffentlichkeit zu gehen", betonte Scheffler.

Einer Ausweitung von Gymnasialplätzen z. B. durch Aus- und Anbau vorhandener Gymnasien stehe die GRÜNE Ratsfraktion keineswegs ablehnend gegenüber, aber gleichzeitig müsse geklärt und für die Öffentlichkeit transparent sein, wie sich die Schülerströme insgesamt und damit auch für Gesamtschulen und die neue Schulform Sekundarschule in Düsseldorf entwickeln. "Diese grundlegende Erfassung haben wir immer wieder - auch vor dem Hintergrund des im Land gefundenen Schulkonsenses - in die Schuldiskussion eingebracht, sie wurde aber von den Mehrheitsfraktionen wegen vorgefassten Meinungen zu Gesamtschulen und Sekundarschulen bisher verweigert."

Anlage: Antrag mit der SPD-Ratsfraktion „Durchführung einer Elternbefragung zur Abfrage des Bedarfs einer Sekundarschule“