Fragwürdiger Alleingang des Oberbürgermeisters - GRÜNE bezweifeln Führungskompetenz
20. Mai 2011

Eine Wochen dauernde, öffentlich ausgetragene Auseinandersetzung zwischen dem Oberbürgermeister und seinem Personaldezernenten erreichte gestern ihren vorläufigen Höhepunkt. Ab sofort soll sich der Beigeordnete Kruse nur noch seinen Aufgaben als Verbandsvorsteher der ITK-Rheinland widmen.

Dazu erklärte Fraktionssprecherin Iris Bellstedt heute (19.05.2011): „Dass der Beigeordnete Kruse in seinem bisherigen Zuständigkeitsbereich Städtische IT gute Arbeit gemacht hat, wird wohl niemand bestreiten. Aber ihn von all seinen sonstigen Aufgaben mit sofortiger Wirkung freizustellen, ohne zu erklären, wer diese übernimmt, zeugt von einer nicht durchdachten Aktion des Oberbürgermeisters.“

Ihr Sprecher-Kollege Norbert Czerwinski ergänzt: „Sowohl im Bereich Personal als auch im Bereich IT stehen in der Stadt schwierige Zeiten an. Wenn der Oberbürgermeister den Personaldezernenten öffentlich demontiert, zeugt das von schlechtem Stil. Wenn er sich eines Dezernenten auf eine Art und Weise entledigt, die einer Suspendierung gleichkommt, zeugt das darüber hinaus von mangelnder Führungskompetenz. Der Alleingang des Oberbürgermeisters ist unseres Erachtens auch nicht durch die Gemeindeordnung gedeckt. Eine Änderung der Geschäftsverteilung muss im Einvernehmen mit dem Rat erfolgen.“

Der Oberbürgermeister habe weder das Gespräch mit den Fraktionen gesucht noch sei er in der Lage gewesen, eine überzeugende Lösung des offensichtlich persönlich motivierten Konfliktes zu präsentieren. „Hier bleiben eine Menge Fragen offen. Wir haben daher gemeinsam mit der SPD den Oberbürgermeister aufgefordert, in der Sitzung am kommenden Donnerstag zu diesem Vorgehen vor dem Rat Stellung zu nehmen“, so die GRÜNEN abschließend.  

Anhang: Schreiben an Oberbürgermeister