Anfrage zu: Benachteiligungen von Läuferinnen beim gemischten Marathon
16. Nov 2011

An Frau
Monika Lehmhaus
Vorsitzende des Sportausschusses

Sehr geehrte Frau Lehmhaus,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 16.11.2011 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wird der Düsseldorfer Marathon aufgrund der neuen Regel der IAAF organisatorisch nach Geschlechtern getrennt statt finden, und wenn nein, warum nicht?

2. Wenn es dennoch einen gemeinsamen Start von Männern und Frauen geben sollte, wie werden die Teilnehmerinnen darauf hingewiesen, dass mögliche Rekorde nicht anerkannt werden?

3. Wird sich die Stadt Düsseldorf im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür einsetzen, diese neue Regel aufzuheben, und wenn nein, warum nicht?

Sachdarstellung:
Auf ihrem letzten Kongress in Korea hat die International Association of Athletics Federations (IAAF), der Dachverband aller nationalen Sportverbände für Leichtathletik, beschlossen, ab 1. Januar 2012 von Frauen gelaufene Rekorde nur noch anzuerkennen, wenn sie in reinen Frauen-Rennen erzielt werden. Bei dieser Gelegenheit wurde nebenbei der immer noch bestehende Marathon-Weltrekord von Paula Ratcliffe, den sie im Jahr 2003 in London auf 2:15:25 verbesserte, im Nachhinein aberkannt – in dieser Hinsicht ein absolut ungewöhnlicher Vorgang. Paula Ratcliffe, so die Begründung der IAAF, habe einen unzulässigen Vorteil gehabt, da sie in ihrem Rennen von männlichen Pacemakern begleitet worden sei.

Die in den gemischten Läufen erzielten Rekorde sollen jetzt nur noch als Bestleistung, bzw. Weltbestleistung gewertet werden. Folgt man den Regeln des IAAF, so kommen auf die Veranstalter erhebliche Probleme zu, denn bisher sind gemischte Marathonläufe die Regel und die organisatorische Umstrukturierung bzw. Neuorganisierung werden die Durchführung eines Straßen-Marathons nicht einfacher machen.

Die Fachpresse und die betroffenen Läuferinnen sind sich bei der Bewertung und Ablehnung dieses skandalösen Vorgangs einig. Vor 2013 kann aber diese Regelung nicht aufgehoben werden, so dass sich die Stadt Düsseldorf im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Aufhebung dieser Regel einsetzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Jörk Cardeneo