Anfrage zu: Gender Mainstreaming in Kinderbetreuungseinrichtungen
28. Jun 2011

An
Frau Walburga Benninghaus
Vorsitzende Jugendhilfeausschuss

Sehr geehrte Frau Benninghaus,

Ziel der Kinder- und Jugendarbeit muss es sein, Mädchen und Jungen den gleichen Zugang und die gleiche Teilhabe an allen Angeboten zu ermöglichen. Nach dem Prinzip des Gender Mainstreaming sollen alle Entscheidungen und Aktivitäten einer Organisation / Einrichtung / Behörde dahingehend beleuchtet werden, wie sich diese auf Frauen und Männer auswirken bzw. ob und wie sie zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit beitragen. Das ist ein Thema auch für die Kindertageseinrichtungen. Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 28.6.2011 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Welchen Stellenwert misst die Verwaltung dem Prinzip des Gender Mainstreamings in der Kinder- und Jugendhilfe bei und inwiefern wird die Geschlechtergerechtigkeit in ihren Planungsinstrumenten, Maßnahmen und Angeboten - insbesondere im Elementarbereich - berücksichtigt?

2. Welche und wie viele interne und externe Fortbildungsangebote zum Thema Gender gibt es für das Personal in den Kindertageseinrichtungen und wie werden diese angenommen?

3. Welche konkreten Schritte hat die Verwaltung unternommen bzw. plant sie, um mehr männliches, gendergeschultes Personal für Kitas anzuwerben?

Sachdarstellung:
Gender Mainstreaming kann einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung in Kinderbetreuungseinrichtungen leisten. Strukturelle Ungleichheiten und Benachteiligungen, und zwar beider Geschlechter, bleiben sonst oft verborgen.

Die Sensibilität des Personals für die Frage der Geschlechtergerechtigkeit spielt eine sehr große Rolle.

Für die pädagogischen Angebote und die Arbeit sind Fragestellungen wie beispielsweise: Wo gibt es deutliche Unterschiede im Verhalten von Mädchen und Jungen? Wer nutzt welche Räume und Angebote? Wessen Wünsche und Bedürfnisse werden im Alltag mehr berücksichtigt? Was sind mögliche geschlechtsbezogene Hintergründe für auffälliges Verhalten einzelner Kinder?

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler         Jens Petring

Antworten der Verwaltung