Änderungsantrag zum Haushaltsplanentwurf 2012: Kompetenzzentrum „Fachkräftebedarf sichern“
15. Dez 2011

An
Oberbürgermeister
Dirk Elbers

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Änderungsantrag zum Haushaltsplanentwurf 2012 auf die Tagesordnung der Sitzung am 15. Dezember 2011 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Die Landeshauptstadt Düsseldorf strebt eine Kooperationsvereinbarung mit der Düsseldorfer Unternehmerschaft und den Kammern an, um ein gemeinsames Kompetenzzentrum „Fachkräftebedarf sichern“ zunächst für die Dauer von drei Jahren einzurichten. Für den städtischen Anteil werden im Haushalt zusätzlich 100.000 Euro für eine Mitarbeiter_in und Sachmittel sowie im Stellenplan beim Amt für Wirtschaftsförderung eine zusätzliche Personalstelle eingestellt. Diese Mittel werden mit einem Sperrvermerk versehen.

Sachdarstellung
Die demografische Entwicklung führt auch in Düsseldorf zu einem absehbaren Fachkräftemangel. Dies hat zuletzt das Handlungskonzept „Herausforderung Demografie“ der IHK Düsseldorf belegt. Dort heißt es in der Zusammenfassung: „Der IHK-Bezirk ist bei der Besetzung der Arbeitsstellen in hohem Maße (30 Prozent) von Einpendlern abhängig. Wegen der sinkenden Einwohnerzahlen im übrigen NRW dürfte es künftig schwieriger werden, die benötigten Einpendler zu akquirieren. Das gilt auch für Auszubildende, die bislang zu 40 Prozent einpendeln. Am Arbeitsmarkt im IHK-Bezirk scheiden trotz Erhöhung des Renteneintrittsalters mehr als ein Viertel aller Beschäftigten altersbedingt aus dem Berufsleben aus. Ohne eine erhöhte Erwerbstätigkeit und weiterer Arbeitskräfte von außerhalb kann die eigene Nachwuchsgeneration diesen Abgang nicht ausgleichen.“

Für die Stadt Düsseldorf ist eine ausreichende Versorgung mit Fachkräften eine Frage der Sicherung des Wirtschaftsstandorts. Da der Bedarf nicht allein aus dem Um- und Ausland gedeckt werden kann, ist das in Düsseldorf vorhandene Fachkräftepotenzial zu heben.

Bereits seit 2009 gibt es die „Task Force für Arbeit“, zusammengesetzt aus der Agentur für Arbeit, der IHK, der HWK, der Unternehmerschaft, des DGB, der Landeshauptstadt und des Kreises Mettmann. Diese Task Force hat Ende November den „Zukunftsplan 2020 für Düsseldorf“ vorgestellt. Im Zukunftsplan 2020 bzw. im Handlungskonzept der IHK sind vor allem folgende Maßnahmen vorgesehen:

- Steigerung der Erwerbsquote von Frauen

- Bessere Verknüpfung des Übergangs von Schule und Beruf

- Attraktiveren der längeren Erwerbsarbeit von älteren Menschen

- Steigerung der Erwerbsquote von Menschen verschiedener Herkunft/mit Migrationsgeschichte

- Bessere Integration von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt.

Schon 2006 wurde das „Kompetenzzentrum Übergang Schule und Beruf“ gegründet, das seitdem erfolgreich arbeitet. Zum 1. Januar 2012 wird das neu gegründete „Kompetenzzentrum Frau und Beruf“ seine Arbeit aufnehmen. Um alle genannten Potentialbereiche der Fachkräftesicherung gleichermaßen ausschöpfen zu können, soll ergänzend ein "Kompetenzzentrum Fachkräftebedarf sichern" geschaffen werden, das sich im Sinne des Diversity Managements mit den bisher noch nicht abgedeckten Bereichen befasst:

- Attraktivierung der längeren Erwerbsarbeit von älteren Menschen

- Steigerung der Erwerbsquote von Menschen verschiedener Herkunft/mit Migrationsgeschichte

- Bessere Integration von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt,

Als Kooperationspartner sollen vor allem die Unternehmerschaft und die Kammern gewonnen werden. Ebenfalls ist eine enge Kooperation mit den beiden bereits existierenden Kompetenzzentren vorzusehen.

Mit freundlichen Grüßen

Iris Bellstedt    Norbert Czerwinski