Anfrage zu: Null Toleranz bei weiblicher Genitalverstümmelung
25. Jan 2011

Frau
Ursula Holtmann-Schnieder
Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern

Sehr geehrte Frau Holtmann-Schnieder,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 25. Januar 2011 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. An welchen Arbeitszusammenhängen zum Thema „Weibliche Genitalbeschneidung“ ist die Stadt Düsseldorf beteiligt?

2. Welche Maßnahmen zur Hilfe für von weiblicher Genitalbeschneidung Betroffener, zur Prävention gefährdeter Mädchen und zur Sensibilisierung von Fachpersonal ergreift bzw. unterstützt die Stadt Düsseldorf?

3. Welche Aktionen/Veranstaltungen sind für den 6. Februar, den Internationalen Aktionstag „Null Toleranz bei weiblicher Genitalverstümmelung“, in diesem Jahr geplant?

Sachdarstellung:
Laut einer Schätzung von Terre des Femmes leben in Nordrhein-Westfalen etwa 5.600 von Genitalbeschneidung betroffene Frauen, die soziale und medizinische Hilfe brauchen. Die Frauen stehen oft unter kulturellem und familiärem Druck, ihre Traditionen fortzusetzen. Andererseits sorgt das in Deutschland erlangte Wissen um die Gewalt, die sie ihren Töchtern antun, allmählich für ein Umdenken.

Emanzipationsministerin Barbara Steffens stellte am 07.01.2011 zusammen mit Jawahir Cumar, Leiterin der Beratungsstelle "Stop Mutilation", und Günter Haverkamp, Vorsitzender des Vereins "Aktion Weißes Friedensband", die bisher bundesweit einmalige, mehrsprachige Telefonberatung für von Genitalbeschneidung Betroffene vor. Die Hotline richtet sich auch an Familienangehörige, Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten sowie an Lehrerinnen und Lehrer. Die Telefonberatung, die den Namen "KUTAIRI" (Kiswahili: Beschneidung) trägt, erhält vom Emanzipationsministerium die Anschubfinanzierung.

Eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Genitalbeschneidung in Nordrhein-Westfalen spielt seit 2007 der "Runde Tisch gegen Beschneidung von Mädchen in Nordrhein-Westfalen", der von der Aktion Weißes Friedensband koordiniert wird. Ziele des Runden Tisches sind die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Vernetzung, Aufklärung und Hilfestellung bei der Gründung lokaler Runder Tische. Dem Runden Tisch ist es in den letzten Jahren vorbildlich gelungen, landesweite Vernetzungsstrukturen in Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen, mit Berufsverbänden, Beratungseinrichtungen, Politik und Behörden etc. aufzubauen. In Düsseldorf wurde der „Runde Tisch gegen Beschneidung von Mädchen“ am 30. September 2009 gegründet.

Am 06.02.2011 lädt Jàppoo NRW e.V. (Verein der Senegalesen in Nordrhein-Westfalen) anlässlich des Internationalen Tages gegen die Beschneidung weiblicher Genitalien zu einer Veranstaltung in Düsseldorf ein.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler        Birgit Müller        Juliane Walz

Antworten der Verwaltung