Anfrage nach Erkenntnissen zur Vergewaltigungsdroge "K.O.-Tropfen"
28. Jan 2008

In der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales am 13. Februar 2008 fragen wir nach, welche Erkenntnisse es in Düsseldorf gibt zu Fallzahlen, Dunkelziffern etc. hinsichtlich der so genannten K.O.-Tropfen Bündnis 90/Die Grünen
Ratsfraktion Düsseldorf
Anfrage zur Sitzung des Ausschusses am 13.2.2008
hier: „Vergewaltigungsdroge / K.O.-Tropfen / Liquid Ecstasy“


Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 13.2.2008 zu nehmen und  die Antwort dann auch dem Frauenausschuss zur Kenntnis zu geben:

  1. Welche Erkenntnisse hat die Verwaltung über die Gefahren und die Verbreitung der sogenannten „K.O.-Tropfen“ hier in Düsseldorf?
  2. Von welcher Fallzahl und Dunkelziffer von Vergewaltigungen unter Einfluss der K.O.-Tropfen hier in Düsseldorf geht die Verwaltung aus?
  3. Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, in Kooperation beispielsweise mit dem Gesundheitsamt, dem Frauenbüro, den Schulen, den Jugendfreizeiteinrichtungen und Institutionen wie Drogen- und Suchtberatungsstellen, Frauennotruf, Frauen- und Mädchenberatungsstellen eine Aufklärungskampagne über diese Droge in die Wege zu leiten?

Sachdarstellung:

Die Wirkung der Droge GHB./GBL. (gammahydroxybuttersäure/Gamm-Butyrolcton) – auch „Liquid Ecstasy“ genannt - hängt von der Dosierung ab: das Spektrum dieser Partydroge reicht von alkoholähnlichen Rauscherfahrungen über Entspannung, Anregung/Antriebssteigerung bis hin zu schläfrigen oder komatösen Zuständen, die mit Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen und sogar Atembeschwerden/-lähmungen einhergehen können. Frauen berichten, dass sie nach einem Club- oder Discobesuch plötzlich bewusstlos gewesen und irgendwo anders aufgewacht sind. Heimlich in Getränke gemixt, nutzen Täter die „Filmrisse“ für sexuelle Übergriffe aus. Medienberichten zufolge gibt es immer mehr Fälle von Vergewaltigungen unter Einfluss dieser Substanz, so dass diese auch als „Vergewaltigungsdroge“ bezeichnet wird.
Die Dunkelziffer derartiger Übergriffe dürfte sehr hoch sein, da viele Frauen aufgrund der Erinnerungslücken unsicher sind, was wirklich geschehen ist und so eine Anzeige scheuen, auch wenn es Indizien dafür gibt, dass sie sexuellen Übergriffen ausgesetzt waren.
Im vergangenen Jahr meldeten sich aber zunehmend Frauen bei Frauennotruftelefonen mit dem Verdacht, Opfer von K.O.-Tropfen geworden zu sein. (bekannt sind zweistellige Zahlen aus Münster und Aachen, in Düsseldorf waren es ca. 20 Frauen, die Rechtsmedizin nennt noch höhere Zahlen).

Wir möchten von der Verwaltung eine Einschätzung der Problematik, und wir wollen hiermit anregen, über eine Aufklärungskampagne nachzudenken.

Mit freundlichen Grüßen
Antonia Frey