Anfrage zu: Angebote für junge erwachsene Pflegebedürftige – „junge Pflege“ in Düsseldorf
13. Mär 2013

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 13. März 2013 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1) Wie sieht in Düsseldorf derzeit der Bestand an stationären Plätzen für junge erwachsene Pflegebedürftige aus und welche Erkenntnisse hat die Verwaltung über den Bedarf (Anmeldungen auf Wartelisten, Anfragen bei den Trägern stationärer Pflegeeinrichtungen, Interessensbekundungen etc.)?

2) Kann die Stadt Düsseldorf dem Bedarf jetzt und auch in absehbarer Zukunft gerecht werden bzw. inwieweit sollten die vorhandenen Kapazitäten erhöht werden?

3) Welche Zahlen liegen der Verwaltung vor über die Versorgung junger Pflegebedürftiger in stationärer oder ambulanter Pflege?

Sachdarstellung:
Düsseldorf hat  - wie die meisten Großstädte – einen hohen Anteil an Single-Haushalten. Vor dem Hintergrund wegbrechender Familienstrukturen und damit von Familienleistungen in der häuslichen Pflege kommt der stationären Pflege zunehmend Bedeutung zu.

Ein großer Anteil der Pflegebedürftigen ist jünger als 60 Jahre - nach Unfällen, bei chronischen oder onkologischen Erkrankungen haben viele dieser Menschen allerdings nur die Alternative eines Lebens in einer Einrichtung der stationären Altenhilfe.

In Düsseldorf gibt es in der Pflege-Residenz Kruppstraße bereits seit 2003 einen Wohnbereich für junge Menschen ab 18 Jahre. Dieser hält zurzeit 23 Plätze vor und ist mit seinem Konzept „Junge Pflege“ auf die speziellen Bedürfnisse pflegebedürftiger junger Menschen ausgerichtet.

Jedoch müssen die jüngeren Menschen, die pflegebedürftig wurden und keinen Platz innerhalb einer Einrichtung für Jüngere bekommen, ihren Alltag mit hoch betagten Frauen und Männern verbringen. Junge Pflegebedürftige haben allerdings andere Ansprüche als ältere, sie wollen ihr Wohnen, den Tagesablauf und ihre Freizeit anders gestalten, über andere Themen sprechen usw. und sind somit in einem Altenheim definitiv nicht richtig aufgehoben.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Ott                Christoph Gormanns            Pegah Edalatian-Schahriari

Antworten der Verwaltung