Anfrage zu: Schädlicher Alkoholkonsum Älterer in Düsseldorf
13. Mär 2013

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 13. März 2013 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1) Welche Zahlen liegen der Stadtverwaltung über BürgerInnen ab 60 (innerhalb und außerhalb von Altenpflegeheimen) mit problematischem Alkoholkonsum vor?

2) Wie viele SeniorInnen ab 60 wurden in den letzten drei Jahren in Düsseldorf wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert?

3) Mit welchen Angeboten in Düsseldorf werden speziell ältere BürgerInnen mit problematischem Alkoholkonsum bzw. deren Angehörige angesprochen?

Sachdarstellung:
Übermäßiger Alkoholkonsum Minderjähriger wird häufig thematisiert und spiegelt sich immer wieder in den Medien wieder. Viel seltener wird die Öffentlichkeit auf übermäßigen Alkoholkonsum ältere Menschen aufmerksam gemacht, die Problematik wird unterschätzt. So werden 26,90 % der Männer und  7,70 % der Frauen ab 60 Jahre als RisikotrinkerInnen eingestuft (Quelle: DHS 2006).

Die Gründe für Alkoholsucht im Alter sind vielfältig, hängen aber zumeist mit der veränderten Situation dieses Lebensabschnitts zusammen. So führt der Ausstieg aus der Arbeitswelt, der Verlust der LebenspartnerInnen / der sozialen Kontakte, die zunehmende Einschränkungen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten und / oder finanzielle Einbußen zu Einsamkeit, Langeweile, Trauer, Angst und ähnlichen negativen Gefühlen. Problematisch ist zudem, dass viele ältere Menschen Schlaf- und Beruhigungsmittel nehmen, so dass die Kombination von Alkohol und Medikamenten eine zusätzliche Sucht- bzw. Missbrauchsgefahr darstellt.

Hinzu kommt, dass bei Älteren oft die Möglichkeit, Angebote der Suchthilfe wahrzunehmen, aufgrund eingeschränkter Mobilität und / oder Berührungsängste eingeschränkt ist. Zugleich müssen die Behandlungsangebote die speziellen Lebensumstände für ältere Suchtkranke berücksichtigen. Da zu vermuten ist, dass aufgrund der demographischen Entwicklung das Thema Alkoholsucht / übermäßiger Alkoholkonsum im Alter an Bedeutung zunehmen wird, sollte diese Altersgruppe perspektivisch verstärkt berücksichtigt werden.

Im Gesundheitsbericht Düsseldorf „Befragung Substanzmissbrauch im Alter“ von 2009 Seite 16 wird erwähnt, „dass ein Abhängigkeitspotenzial, gerade unter älteren Bürgerinnen und Bürgern, vorzufinden ist. Diesem Abhängigkeitspotenzial stehen aktuell nur sehr wenige adäquate, der Altersgruppe entsprechenden Angebote, gegenüber.“

Von Interesse ist es nun zu erfahren, wie sich die Angebote in den vergangenen Jahren entwickelt haben und ob z. B. eine Einbindung der „zentren plus“ als eine niederschwellige Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige stattgefunden hat, wie es im Ausschuss für Gesundheit und Soziales am 02.09.2009 angeregt wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Ott                Christoph Gormanns            Pegah Edalatian-Schahriari

Antworten der Verwaltung