Anfrage zu: Prävention von psychischen Erkrankungen und Burnout
15. Mai 2013

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

der Trend der steigenden betrieblichen Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen hielt auch 2012 weiterhin an. Nach dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport 2013 hat sich die Anzahl der Tage, die ArbeitnehmerInnen aufgrund von psychischen Krankheiten am Arbeitsplatz fehlen, in den vergangen 15 Jahren mehr als verdoppelt.

Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgende Anfrage / folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 15. Mai 2013 zu nehmen, durch die Verwaltung beantworten zu lassen und dem Personal- und Organisationsausschuss zur Kenntnis zu geben:

1. Welche Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements werden von der Düsseldorfer Stadtverwaltung zur Erkennung, Behandlung und Prävention psychischer Erkrankungen / Burnout angeboten und wie hat sich die Nachfrage an diese Angebote seit 2010 entwickelt?

2. Welche weiteren Maßnahmen werden von der Stadtverwaltung eingesetzt, um der Entwicklung von psychischen Erkrankungen und Burnout entgegen zu wirken (z. B. Qualifizierung von Führungskräften bezüglich präventiver Personalpolitik und Arbeitsorganisation („Anti-Stress-Verordnung“) oder zum Umgang mit Betroffenen) und welche Optimierungsmöglichkeiten sieht die Verwaltung im Bereich Prävention?

3. Wird nach Einschätzung der Verwaltung von Betroffenen ein frühzeitiger Erstkontakt für Beratung gesucht und wie fördert die Verwaltung ein rechtzeitiges Aufsuchen von Beratungsangeboten?

Sachdarstellung:
Der DAK-Gesundheitsreport 2013 zeigt, dass in Deutschland die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen vor allem aufgrund Depression und Burnout in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.

Verantwortlich für eine psychische Erkrankung kann oft die Arbeitssituation des/der Betroffenen sein, auch wenn eine Arbeit gänzlich ohne psychische Anforderungen nicht denkbar ist. Arbeit trägt zwar grundsätzlich zur Zufriedenheit bei, es gibt aber Arbeitsbedingungen, die für die Gesundheit der Beschäftigten kritisch sein können.

Dazu gehören z. B. ständiger Zeitdruck, Arbeitsverdichtung, häufige Unterbrechungen bei der Arbeit, monotone Tätigkeiten, fehlende Erholungsmöglichkeiten usw. Wenn Menschen viel leisten, aber den an sie gestellten Anforderungen nicht im vollen Umfang gerecht werden können, steigt die Gefahr von schweren Erschöpfungszuständen oder psychischen Erkrankungen. Gerade sehr engagierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind hiervon häufig besonders stark betroffen.

Wichtig für Betroffene ist es einerseits, dass sie Fehlbelastungen angstfrei melden können und seitens der/des Arbeitgebers/in zu einer frühzeitigen Aufsuchen von Beratung motiviert werden. Andererseits ist es relevant, welche Wertschätzung und Unterstützung Beschäftigte durch ihre jeweiligen Vorgesetzte/n erfahren.

Ein wichtiger Einflussfaktor für das Ausmaß der Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist das Verhältnis von Beschäftigten zu der/dem Vorgesetzten. So ist es bedeutsam, dass Vorgesetzte Qualifizierungen zur Arbeitsgestaltung und Führungskultur erhalten, um sowohl gesund erhaltene und präventive Arbeitsbedingungen zu gestalten, als auch, um über die wichtigsten psychischen Erkrankungen und den Umgang mit erkrankenden und erkrankten MitarbeiterInnen informiert zu sein.

Neuere Entwicklungen, wie z. B. Fachkräftemangel im sozialen Bereich oder der sich ankündigende demographische Wandel betreffen auch die Stadtverwaltung. Diese können zusätzlich zu einer Verschärfung der Arbeitsbedingungen beitragen, die an der Entwicklung psychischer Störungen / Burnout beteiligt sind, womit eine verstärkte Prävention dringender wird.

Daher möchten wir darüber informiert werden, welche konkreten Entwicklungen in der Düsseldorfer Stadtverwaltung zu verzeichnen sind und wie die Stadtverwaltung als Arbeitgeberin der Entwicklung von psychischen Erkrankungen und Burnout bei ihren Mitarbeiterinnen entgegen tritt.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Ott                Christoph Gormanns            Pegah Edalatian-Schahriari

Antworten der Verwaltung
Anlage 1
Anlage 2
Anlage 3