Antrag zu: Angebote für junge erwachsene Pflegebedürftige - "junge Pflege" in Düsseldorf
04. Sep 2013

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

in der Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im AGS am 13.03.2013 wurden die Angebote für junge erwachsene Pflegebedürftige in Düsseldorf thematisiert. Aus den Antworten der Verwaltung ging nicht hervor, welchen Bedarf an stationären Plätzen für junge erwachsene Pflegebedürftige es in Düsseldorf gibt.

Am 11.06.2013 wurde in der Sendung Frontal 21 im ZDF angesprochen, dass es für jüngere Pflegebedürftige in Deutschland viel zu wenig Pflegeheime gibt. Wie sich dieses Angebot von Pflegeeinrichtungen in Düsseldorf darstellt, lässt sich in Broschüren oder im Internet nur unzureichend recherchieren.

Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 04.09.2013 zu nehmen und abstimmen zu lassen.

Die Verwaltung wird gebeten,

a) den konkreten Bedarf an stationären Plätzen für Pflegebedürftige und schwerbehinderte Menschen unter 60 Jahren in Düsseldorf zu ermitteln und dem Ausschuss bekanntzugeben,

b) in den entsprechenden Broschüren und im Internet die Angebote zur „Jungen Pflege“ hervorzuheben, insbesondere auf der Suchplattform, auf der die Bürgerinnen und Bürgern  Informationen und Angebote zur ambulanten und stationären Pflege in Düsseldorf suchen können, (www.duesseldorf.de/senioren/scripte/start.php)

c) den Ausschuss darüber zu unterrichten, inwieweit die Verwaltung - über Hinweise und Empfehlungen an potentielle Anbieter hinaus -  bei diesem Thema aktiv werden will, beispielsweise inwieweit dieser Versorgungsbedarf konzeptionell, etwa in der Sozialplanung und Stadtentwicklungsplanung und in Gesprächen mit der LIGA der Wohlfahrt berücksichtigt wird bzw. künftig bedacht werden soll.

Sachdarstellung:
Auch in Düsseldorf werden junge erwachsene Pflegebedürftige in Altenpflegeheimen untergebracht, obwohl dort in der Regel nicht auf die besonderen Bedürfnisse jüngerer Menschen, die sich weitreichend von denen der älteren Heimbewohnerinnen und -bewohner unterscheiden, eingegangen werden kann.

In den normalen Einrichtungen der stationären Altenpflege kann auch erfahrungsgemäß in der Regel weniger für die Mobilisierung und die Wiedereingliederung in den normalen Alltag getan werden, als es bei den Spezialangeboten der „Jungen Pflege“ der Fall zu sein scheint.

In der Öffentlichkeit ist – wenn überhaupt – nur eine einzige Einrichtung in Düsseldorf bekannt, die speziell Plätze für jüngere Pflegebedürftige bereithält. Diese Einrichtung hat laut Medienberichten einen guten Ruf, es soll sogar gelungen sein, in einigen Fällen ehemals schwer Pflegebedürftige wieder in eine eigene Wohnung zu entlassen. Dementsprechend soll es dort eine umfangreiche Warteliste geben.

Auf der Suchplattform der Stadt Düsseldorf sucht man das Thema „junge Pflege“ vergeblich. Nur wenn man den Namen der Einrichtung kennt, die dieses Angebot bereithält, findet man dazu Angaben am Ende der Seite. Hier gilt es die Information für die Menschen, die einen solchen Heimplatz suchen, zu verbessern.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Ott                Pegah Edalatian-Schahriari