GRÜNE zu multiresistenten Keimen in Düsseldorfer Klinik
03. Sep 2013

Nach der offiziellen Bestätigung des Auftretens von resistenten Keimen in einem Düsseldorfer Krankenhaus erklärt die sozialpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion Susanne Ott heute (Dienstag): "Infektionen durch multiresistente Keime im Krankenhaus sind längst keine Einzelfälle mehr. Die Krankenkassen gehen davon aus, dass sich die Zahl der MRE-Infektionen seit 2007 mehr als verdoppelt hat. Eine bundesweite Hochrechnung geht von 90.000 Fällen pro Jahr aus."

In Düsseldorf gibt es seit einigen Jahren das MRE-Netzwerk. Ott: "Auf unsere Nachfrage wurde uns 2011 mitgeteilt, dass ein Ziel des Netzwerkes sei, den Umgang und die Hygiene in Bezug auf MRE zu vereinheitlichen. Auch eine zentrale Erfassung der multiresistenten Erreger sollte angestrebt werden, ebenso eine Ausweitung auf niedergelassene ÄrztInnen und Pflegeheime. Der aktuelle Ausbruch von Vancomycinresistenten Enterokokken (VRE) ist Anlass für uns, im morgigen Gesundheitsausschuss aktuell nachzufragen, was von den Ankündigungen umgesetzt wurde."

Die GRÜNE Ratsfrau wies darauf hin, dass die Erfolge des niederländischen Gesundheitssystems in der Bekämpfung von multiresistenten Keimen Vorbild für deutsche Kliniken sein müsse. "Zu diesem Erfolg tragen insbesondere das so genannte kostengünstige Screening, d. h. je nach Risikoprofil der PatientInnen eine mikrobiologische Untersuchung bereits vor Aufnahme in der Klinik und die große Transparenz sowie gute Öffentlichkeitsarbeit bei. Damit werden die Krankenhäuser dazu motiviert, auch in der täglichen Arbeit hohe Qualitätskriterien einzuhalten."

Ott forderte ein Höchstmaß an Transparenz im aktuellen Fall in Düsseldorf. Dazu gehört ihres Erachtens auch eine öffentlich zugängliche Übersicht aller ÄrztInnen und Institutionen, die ein MRSA-Screening standardisiert durchführen.