Anfrage zu: Inklusion von Hochschulabsolvent*innen mit einer Behinderung in den Arbeitsmarkt
09. Okt 2013

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 9. Oktober 2013 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie viele Hochschulabsolvent*innen mit einer Behinderung leben in Düsseldorf, bzw.
- sind arbeitslos gemeldet (im Vergleich zu Hochschulabsolvent*innen ohne eine Behinderung),
- sind in einem Beschäftigungsverhältnis oder selbstständig (im Vergleich zu Hochschulabsolvent*innen ohne eine Behinderung),
- benötigen eine längere Zeit als Hochschulabsolvent*innen ohne eine Behinderung, um eine Arbeitsstelle zu finden (bitte mit Angabe des Zeitrahmens)?

2. Welche besondere Unterstützung erhalten Hochschulabsolvent*innen mit einer Behinderung seitens des Düsseldorfer Jobcenters, um eine Arbeitsstelle zu finden? (bitte legen Sie die Wirkung der Maßnahmen im Zeitraum der letzten fünf Jahre dar)

3. Welche Kooperationen und Zusammenarbeit erfolgt mit Düsseldorfer Unternehmen, um diese barrierefrei zu machen?

Sachdarstellung:
Die UN-Behindertenrechtskonvention konkretisiert die Menschenrechte für Menschen mit Behinderung. Dazu gehört auch das Recht auf Arbeit. Im Artikel 27 geht es neben vielen anderen Bereichen auch um „Arbeit und Beschäftigung“. Demnach dürfen Menschen aufgrund ihrer Behinderung bei Bewerbungen, Bewerbungsgesprächen und Einstellung nicht diskriminiert werden. Betrachtet man eine von „Aktion Mensch“ in Auftrag gegebene Studie, sieht die Realität jedoch anders aus.

Ergebnis der Studie ist, dass Hochschulabsolvent*innen mit einer Behinderung im Job weniger gefragt sind. Während die Arbeitslosenquote von Hochschulabsolvent*innen ohne eine Behinderung von 2009 bis 2012 gesunken ist, ist die von Hochschulabsolvent*innen mit einer Behinderung gestiegen. Der Studie zur Folge haben Arbeitgeber*innen Bedenken über die Leistungsfähigkeit und auch Sorge aufgrund des besonderen Kündigungsschutzes von Menschen mit Behinderung. Es wird deutlich, dass Handlungsbedarf für Maßnahmen besteht, die Stärken von Menschen mit Behinderung und die positiven Effekte einer erfolgreichen Integration zu betonen.

Angesichts wachsender Engpässe im Fachkräftebereich ist es nicht nur ein soziales Anliegen Hochschulabsolvent*innen mit Behinderung besser ins Erwerbsleben zu integrieren sondern auch ein wirtschaftliches Gebot. Gemeinsam gilt es, bestehende Vorurteile nicht nur bei Arbeitgeber*innen, sondern auch bei Arbeitnehmer*innen und der Gesellschaft insgesamt abzubauen.

Vor dem Hintergrund möchte die GRÜNE Ratsfraktion die aktuelle Situation von Hochschulabsolvent*innen in Düsseldorf erfahren. Wir wünschen uns eine Evaluierung der Maßnahmen, die Hochschulabsolvent*innen helfen soll, eine Arbeitsstelle zu finden.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Ott            Jürgen Kamenschek       Pegah Edalatian-Schahriari

Antworten der Verwaltung