Anfrage zu: Befristete Arbeitsverträge in der Düsseldorfer Stadtverwaltung und städtischen Tochterunternehmen
03. Dez 2013

An
Ratsfrau Claudia Bednarski
Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern

Sehr geehrte Frau Bednarski,

am 22. März 2012 stellte die Ratsfraktion DIE LINKE. eine Anfrage im Personal- und Organisationsausschuss zu „zeitlich begrenzte Arbeitsverträge in der Stadtverwaltung und in den städtischen Tochterunternehmen“ (Vorlage 11/ 11/2012). Die Antworten der Verwaltung fielen sehr ausführlich aus, leider ohne eine Aufschlüsselung nach Geschlecht - sowohl bei den Angaben zur Stadtverwaltung als auch bei den Angaben zu den Töchtern der Stadt.

Vor diesem Hintergrund bittet Sie die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 3. Dezember 2013 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter [ohne Erzieherinnen und Erzieher] sind in der Düsseldorfer Stadtverwaltung und ihren Tochterunternehmen mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen seit 2008 bis heute beschäftigt und wie viele dieser Arbeitnehmer*innen wurden in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen (aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Unternehmen und Jahren)?

2. Wie viele Erzieherinnen und Erzieher sind in Düsseldorfer Kindertagesstätten mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen seit 2008 bis heute beschäftigt und wie viele dieser Arbeitsverträge konnten entfristet werden (aufgeschlüsselt nach Geschlecht und Jahren)?

Sachdarstellung:
Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit wird in Deutschland fast jede*r zweite Arbeitnehmer*in zunächst befristet eingestellt, davon betroffen sind vor allem Berufseinsteiger*innen und jüngere Beschäftigte.

Auch wenn der Anteil derjenigen, die anschließend in eine unbefristete Beschäftigung übernommen werden, von 30 Prozent in 2009 auf 39 Prozent in 2012 gestiegen ist, so lag die Zahl der befristet Beschäftigten 2012 mit rund 2,7 Millionen immerhin gut doppelt so hoch wie im Jahr 1996 mit 1,3 Millionen.

In einigen Branchen scheinen häufiger als in anderen befristete Arbeitsverträge abgeschlossen zu werden, so z. B. in den Bereichen „Erziehung und Unterricht“, „Gesundheits- und Sozialwesen“, „Öffentliche Verwaltung“ und dem Gastgewerbe. Der Frauenanteil ist in diesen Beschäftigungsfeldern besonders hoch. In den klassischen Männerdomänen, den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) scheinen Befristungen dagegen weniger eine Rolle zu spielen.

Mit unserer Anfrage möchten wir erfahren, ob es auch auf die Düsseldorfer Stadtverwaltung und die Töchter der Stadt zutrifft, dass Arbeitsverträge mit Befristung vor allem in den Bereichen abgeschlossen werden, in denen vorwiegend Frauen arbeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler        Birgit Müller    Karin Trepke

Antworten der Verwaltung