Antrag mit SPD zu: Unterbringung volljährig gewordener Flüchtlinge
19. Mär 2014

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD  bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 19.03.0214 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss Gesundheit und Soziales beschließt, dass Flüchtlinge bei Erreichung der Volljährigkeit und ohne festgestellten Jugendhilfebedarf nicht in reguläre Gemeinschaftsunterkünfte verlegt werden dürfen.

Müssen sie aus Einrichtungen der Jugendhilfe aufgrund nicht festgestellten Jugendhilfebedarfs ausziehen, soll gewährleistet sein: 

a. dass junge Menschen zusammen mit Gleichaltrigen untergebracht werden oder

b. dass jungen Menschen erlaubt wird, auf dem freien Markt eine Wohnung anzumieten oder

c. in eine reguläre Wohngemeinschaft einzuziehen.

Sachdarstellung:
Junge Menschen haben unabhängig ihres Aufenthaltsstatus das Recht, in einem Umfeld zu leben, in dem sie sich optimal entwickeln, entfalten und ihr Leben selbstbestimmt gestalten können.

Wenn unbegleitende minderjährige Flüchtlinge volljährig werden und kein weiterer Jugendhilfebedarf festgestellt werden kann, müssen sie aus den Jugendhilfe-Einrichtungen ausziehen. In einigen Fällen werden sie in regulären Gemeinschaftsunterkünften untergebracht.

Der Wechsel von einer kinder- und jugendfreundlichen Einrichtung in eine reguläre Gemeinschaftsunterkunft ist für die jungen Menschen mit enormen psychischen Belastungen verbunden. Sie leben plötzlich mit Menschen auf engen Raum und unter schweren Bedingungen zusammen, die viel älter als sie selbst sind.

Die Stadt Düsseldorf soll sich freiwillig dazu verpflichten, junge Menschen mit unsicheren Aufenthaltsstatus nicht in Flüchtlingsunterkünften unterzubringen. Es muss gewährleistet sein, dass sie auch nach ihrem Auszug aus einer Jugendhilfe-Einrichtung keinen weiteren psychischen Schaden erleiden, sondern sich optimal weiterentwickeln können. Dazu gehört auch, dass sie ihre Ausbildung weiter führen können.

Mit freundlichen Grüßen

Pegah Edalatian-Schahriari        Rajiv Strauß