Antrag mit SPD, FDP: Gesundheitswegweiser – Verzeichnis Düsseldorfer Ärztinnen und Ärzte mit Fremdsprachenkenntnissen
19. Aug 2015

Herrn
Olaf Lehne
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Lehne,

die Fraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und FDP bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 19. August 2015 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Die Verwaltung wird gebeten, in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Migration und Gesundheit der Düsseldorfer Gesundheitskonferenz einen Wegweiser zu Gesundheitsversorgung und Prävention für fremdsprachige Personen in mehreren Sprachen (neben deutsch, englisch, französisch z. B. russisch, polnisch, arabisch, türkisch, japanisch – weitere Sprachen aufbauend) zu erstellen, online zu veröffentlichen und zum Download zur Verfügung zu stellen. Hierbei ist der Homepage-Relaunch zu berücksichtigen.

Aufgeführt werden darin die in Düsseldorf niedergelassenen Ärztinnen, Ärzte, Hebammen und Therapeuten (und das Praxispersonal) mit Fremdsprachenkenntnissen. Zusätzlich sollen allgemeine Informationen enthalten sein zur Krankenversicherung, dem Düsseldorfer Gesundheitsamt, Suchtkrankenhilfe, Hilfe bei Gewalterfahrungen, AIDS und HIV, Beratungsstellen, Psychotherapie, Krankenhäuser, Sprach- und Kulturmittler*innen sowie dem psychosozialen Zentrum PSZ.

Dieses Verzeichnis soll regelmäßig aktualisiert werden.

Eine Co-Finanzierung der Erstellungskosten durch Krankenkassen, Ärzteverbände und Ärztekammern soll angestrebt werden.

Sachdarstellung
Düsseldorf ist eine multikulturelle Stadt, hier leben Menschen aus über 180 Ländern, der Ausländeranteil beträgt nach Angaben des statistischen Landesamts 19,3 Prozent (= 111.800 Personen, Stand 31.12.2010). Dazu kommen zurzeit über 3.000 Flüchtlinge aus 65 verschiedenen Nationen.

Eine funktionierende Kommunikation ist die Basis, um eine hochwertige und sichere Versorgung von Patient*innen zu gewährleisten. Sprachbarrieren und kulturelle und landesspezifische Unterschiede zwischen dem deutschen Gesundheitssystems und dem System aus dem Heimatland erschweren jedoch den Zugang zu Leistungen aus den Bereichen Vorbeugung, Heilung und Wiederherstellung.

Da die Sprache eine Schlüsselfunktion in der Arzt-Patienten-Beziehung ist, halten wir ein mehrsprachiges Verzeichnis mit Düsseldorfer Ärztinnen, Ärzte, Hebammen und Therapeuten (und dem Praxispersonal) mit Fremdsprachenkenntnissen und mit weiteren Informationen zur Gesundheitsversorgung für unverzichtbar.

Bei der Erstellung des Wegweisers sollte abgefragt werden, ob die Sprachkenntnisse innerhalb der Praxis ausreichen, um auch Personen, die nur eine Fremdsprache sprechen, medizinische Sachverhalte ausreichend erklärt werden können.

In einigen Kommunen gibt es bereits Verzeichnisse, die der Stadt Düsseldorf als Vorbild dienen können, zum Beispiel seien hier aufgeführt:

- Darmstadt-Dieburg: „Welche Ärztin, welcher Arzt spricht meine Sprache?“
- Jena: Fremdsprachenkenntnisse von in Jena niedergelassenen Ärzt*innen und Physiotherapeut*innen
- Leipzig: Gesundheitswegweiser für Migrantinnen und Migranten
- Wiesbaden: „Welcher Arzt spricht meine Sprache? Internationales Ärzteverzeichnis“

Mit diesem Gesundheitswegweiser kann in Ergänzung zum „Wegweiser für Migrantinnen und Migranten - Leben in Düsseldorf“ ein wichtiger Beitrag zur besseren gesundheitlichen Vorsorge, Beratung und Versorgung von Migrant*innen und Flüchtlingen geleistet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler        Klaudia Zepuntke    Rainer Matheisen


Antrag wurde beschlossen