Antrag mit SPD und FDP zum Antrag der AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V. auf Förderung einer Trans*-Beratungsstelle
10. Dez 2015

An
Oberbürgermeister
Thomas Geisel

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

im Namen der Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP bitten wir Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 10. Dezember 2015 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Rat beschließt, für das Produktsachkonto 4141401 53180000 40.000,- Euro zur Verfügung zu stellen, um eine halbe Personalstelle für die Einrichtung einer Trans* Beratungs-, Koordinierungs- und Netzwerkstelle zu finanzieren.

Folgende Modulziele sollen umgesetzt werden:

• Eine halbe Personalstelle Sozialarbeit zur Durchführung von Einzelberatungen für transgeschlechtliche Personen und deren Angehörige, eines Beratungsangebotes im Jugendtreff PULS (Jugendzentrum für junge Lesben, Schwule, Bi-, und Trans*sexuelle) und der Koordination der Selbsthilfe.

• Ausstattung der Trans*-Beratungsstelle mit allen notwendigen Materialien für eine professionelle Beratung (Erstellung von Informationsbroschüren und einer Homepage mit Beratungsplattform).

• Bildung eines Netzwerks von Arztpraxen für transgeschlechtliche Personen, Rechtsanwält*innen mit Expertise zum Transsexuellengesetz TSG, Ansprechpartner*innen bei Behörden, beim Gesundheitsamt, bei den Krankenkassen, Sozialdiensten und Dienstleistungsunternehmen für transgeschlechtliche Personen.

• Ferner soll darauf hingearbeitet werden, als Landesfachstelle (Beratung, Unterstützung und Professionalisierung bestehender und neuer Projekte in NRW, Aufbau landesweiter Vernetzungsstrukturen, Initiierung von Fachtagungen und Informationsveranstaltungen für fachspezifische Weiterbildungen etc.) anerkannt und finanziell vom Land unterstützt zu werden.

Sachdarstellung
Die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP treten für ein gesellschaftliches Klima der Offenheit, der Akzeptanz und des Respekts in Düsseldorf ein, in dem Menschen unabhängig von ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben führen können.

Trans* Personen sind oft Vorurteilen und Diskriminierung in Form von Ausgrenzungen, sozialem Ausschluss, Beleidigungen sowie physischer und sonstiger Gewalt ausgesetzt. Dies betrifft alle Bereiche des privaten und öffentlichen täglichen Lebens, den Zugang zu Bildung, den Kontakt zu Behörden, das Arbeitsleben, das Gesundheitswesen usw. Wir stehen ein für ein selbstbestimmtes Leben und für einen Staat, der es den Menschen einfach macht. Über bürokratische Hürden, die Menschen ihre individuelle Lebensführung erschweren, muss bis zu deren Abschaffung mit Hilfe einer Beratungsstelle hinweggeholfen werden.

Mit der Einrichtung einer Trans* Beratungs-, Koordinierungs- und Netzwerkstelle wird eine qualifizierte Anlaufstelle installiert, um der Diskriminierung von Menschen mit unterschiedlichen sexuellen und geschlechtlichen Identitäten konsequent zu begegnen - für eine Stadt, in der Vielfalt selbstverständlich gelebt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Markus Raub          Angela Hebeler       Norbert Czerwinski        Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann