KiBiz kritisieren ist richtig – doch Kinderfreundlichkeit fängt vor der eigenen Haustür an!
04. Okt 2007

Zur KiBiz-Kritik des Oberbürgermeisters im offenen Brief an Ministerpräsidenten Rüttgers und der mittelmäßigen Position Düsseldorfs (Platz 15 bei den Großstädten) im Familienatlas 2007 erklärt Jugendpolitiker Jens Petring:

„Es ist schön zuzuschauen wie der Oberbürgermeister zusammen mit dem Städtetag Ministerpräsident Rüttgers zu Recht auf mangelnde Kinderfreundlichkeit hinweist. Ein sachlicher Blick vor die eigene Haustür würden ihm aber auch die eigenen Defizite gewahr werden lassen.

Die seit langem gute Wirtschaftsstruktur Düsseldorfs, der langsam stattfindende Ausbau der Kinderbetreuung, die Sanierung der Kinderspielplätze bringen Düsseldorf Punkte bei der Kinderfreundlichkeit. Der Düsseldorfer Wohnungsmarkt und das autogerechte Düsseldorf bringen Minuspunkte. Dies sind harte Kriterien bei denen Düsseldorf nicht besteht.

Der jüngst veröffentlichte Mietspiegelindex sowie der Unfallbericht zeigen dies. Dies sind auch die Gründe warum die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer in der Bürgerbefragung zur Lebensqualität 2006 Düsseldorf auch nicht für besonders kinderfreundlich halten. Für Familien mit Kindern sind die Fragen nach bezahlbarem Wohnraum und die Sicherheit für Kinder auf den Straßen die wichtigsten Punkte nach der sie die Familien- und Kinderfreundlichkeit Düsseldorfs bewerten.

Ohne viel mehr günstige und familiengerechte Wohnungen zur Miete oder in Eigentum in einem sicheren und verkehrsberuhigten Wohnumfeld wird es für Düsseldorf keine weiteren ‚Big Points’ bei der Kinderfreundlichkeit geben. Und ohne einen forcierten Ausbau der Kinderbetreuung ist die jetzige Platzierung auch nicht zu halten.“