Anfrage zu: Computer-, Internet- oder Glücksspielsucht
13. Jun 2012

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 13. Juni 2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Gibt es Anhaltspunkte, dass die sich im aktuell erschienenen Drogen- und Suchthilfebericht der Bundesrepublik Deutschland abzeichnende Entwicklung der Zunahme des exzessiven oder pathologischen Computerspiel-, Internetgebrauch und Glücksspiels bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch in Düsseldorf widerspiegelt?

2. Welche Anlaufstellen mit professioneller und spezialisierter Hilfe bezüglich Computer-, Internet- oder Glücksspielsucht gibt es in Düsseldorf speziell für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und / oder deren Angehörige oder Betreuende (hat sich seit der Zusammenstellung im Bericht zum Thema Glückspielsucht [50/ 54/2010 im AGS 01.09.2010] im Düsseldorfer Angebotsbereich etwas verändert)?

3. Wie bewertet die Verwaltung die angebotenen Suchthilfeprogramme für diese Zielgruppe im Hinblick auf die aktuellen Daten? Gibt es Ad-hoc-Pläne oder bereits Konzepte, um auf die mögliche Steigerung der Suchtproblematik in oben genannten Bereichen zu reagieren?

Sachdarstellung:
Im Mai 2012 veröffentlichte der Drogenbeauftragte der Bundesrepublik Deutschland den neuen Drogen- und Suchthilfebericht. Der Bericht zeigt, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zunehmend von Internet, Glücks- und Computerspiel abhängig werden.

Aus diesem aktuellen Anlass und der großen Resonanz in der Presse sieht sich die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN veranlasst, nach der derzeitigen und perspektivischen Situation in Düsseldorf zu fragen.

Im Ausschuss für Gesundheit und Soziales am 22.02.2012 wurde das kommunale Konzept für den Bereich Suchtprävention und -hilfe beschlossen. Die dazu in Auftrag gegebene Ist-Analyse befindet sich zurzeit in Arbeit, die fertigen Ergebnisse werden voraussichtlich nicht in allernächster Zeit vorliegen.

Im Bericht zum Thema Glücksspielsucht (vorgelegt vom Lenkungskreis Glücksspielsucht im September 2010) gab es folgende Hinweise auf eine problematische Situation in Düsseldorf:

- "Mit dem Umfang der derzeit kommunal geförderten 1,0 VB Stelle können bisher nicht alle Beratungs- und Betreuungsbedarfe pathologischer Glücksspieler und deren Angehörige bei der Fachstelle gedeckt werden. Angesichts der gestiegenen Anfragen nach Beratung und Unterstützung auf 170 im Jahr 2009 [...] entstehen Wartezeiten von 6 - 8 Wochen für die Betroffenen. (Seite 21, bezogen auf die Fachambulanz für Glücksspiel der Diakonie)" und

- "Im Bereich der Glückspielsucht gibt es – aus Perspektive des Jugendamtes - kein spezifisches Präventionsprogramm, [...]“ (Seite 24, bezogen auf die Jugendhilfeplanung 2009).

Die Zahlen im Drogen- und Suchthilfebericht belegen nun einen signifikanten Anstieg an Glückspiel-, Computer- und Internetsucht in der Bundesrepublik. Daher sehen wir es für wichtig an, jetzt die aktuellen und zukünftigen Bedarfe in der Landeshauptstadt Düsseldorf zu erfahren, um rechtzeitig und angemessen auf die Entwicklung reagieren zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Antonia Frey               Susanne Ott             Christoph Gormanns

Antworten der Verwaltung