Anfrage zu: Provenienzforschung in Düsseldorfer Museen
27. Mär 2014

An
Bürgermeister Conzen
Vorsitzender des Kulturausschusses

Sehr geehrter Bürgermeister Conzen,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 27.03.2014 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wird die Stadt regelmäßig über die Ergebnisse der Provenienzforschung im Museum Kunstpalast unterrichtet und wenn ja, wie sehen diese Ergebnisse bis jetzt aus?

2. Wird für das Forschungsprojekt „Sammlung Lühdorf“, für das der Landschaftsverband Rheinland 20 000 € zur Verfügung stellt, im Rahmen der allgemeinen Provenienzforschung im Museum Kunstpalast durchgeführt oder handelt es sich hier um ein selbständiges Projekt, das keine weiteren Mittel erhält?

3. Werden das Stadtmuseum - das z. B. im Besitz von 700 allein in den Jahren von 1933 bis 1945 erworbenen Objekten ist - und/oder weitere städtische Museen & Sammlungen Fördermittel für die Provenienzforschung beantragen und wenn nein, warum nicht?

Sachdarstellung
In der gesellschaftlichen Debatte ist die Frage von Raubkunst und Provenienzforschung sowie der Restitution nach wie vor im Fokus erhöhter Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt  tragen dazu der nicht geklärte Fall „Sammlung Gurlitt“, Fernsehdokumentationen und ein Spielfilm über die Rettung geraubter Kunst im 2. Weltkrieg bei.

Der Kulturausschuss hat sich mit der Thematik von Raubkunst und Provenienzforschung in mehreren Sitzungen befasst.

Dabei sind aus unserer Sicht einige Fragen ungeklärt geblieben. So hat die Verwaltung in der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE darauf hingewiesen, dass die Frage nach der Herkunft der vom Stadtmuseum erworbenen 700 Objekte „anhand der Inventarbücher nicht beantwortet werden kann“ und dass die Provenienzforschung für Textilien, Münzen, Möbel, Schmuck etc. „diffiziler und zeitaufwändiger“ sei. Daraus kann geschlossen werden, dass die Komplexität der Erforschung der Grund für die bisherige Untätigkeit ist.

In der gemeinsamen Erklärung von Bundesregierung, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden wird die Bereitschaft erklärt, aktiv nach „NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut zu suchen (...)“. Davon, dass Schwierigkeiten bei der Suche ein Hindernis für die Forschung an sich sein könnte, ist hier nicht die Rede.

Weitere Begründung erfolgt ggf. mündlich.

Clara Deilmann            Karin Trepke                 Nele Waldert

Webquellen | Weiterführende Informationen (12.03.2014)

Forschungsprojekt „Sammlung Lühdorf in Die Welt

Provenienzforschung im MKP

Lost Art - Koordinierungsstelle Magdeburg

Arbeitsstelle für Provenienzforschung
Fördermittel bei der Arbeitsstelle für Provenienzforschung

GRÜNE Düsseldorf: Forderungen zum Thema

GRÜNE fordern Sondersitzung zu Düsseldorfs Umgang mit Raubkunst der Nationalsozialisten

Anfrage des Ratsherrn Norbert Czerwinski: Streitfall „Fruchtkorb an einer Eiche“ – folgt die Stadt den Empfehlungen von Staatsminister Neumann?

GRÜNE zur angekündigten Untersuchung der Kulturinstitute: Welches Konzept hat Bürgermeister Conzen?