GRÜNE bedauern Holms Rücktritt und fordern Umdenken
30. Nov 2012

Die GRÜNEN im Rat der Stadt Düsseldorf bedauern den Rücktritt des Intendanten des Schauspielhauses Staffan Holm sehr und wünschen ihm alles Gute und eine baldige Besserung seiner Gesundheit.

Allerdings zeigen sich die Kulturverantwortlichen der GRÜNEN heute (30.11.12) einen Tag nach dem bedauerlichen, gesundheitsbedingtem Rücktritt von Staffan Holm fassungslos über die Statements der Stadtspitze, die jegliche Mitverantwortung von sich weist. Somit erhält der Rücktritt Holms politische Aspekte. Immerhin ist bekannt, dass Holms Intendanz durch die Kürzungen im künstlerischen Budget sowie beim Ensemble von Beginn an erschwert war.

Die Ratsgrünen fordern daher ein sofortiges Umdenken im Umgang mit der Kultur von Schwarz-Gelb.

Clara Deilmann, Mitglied des Kulturausschusses erläutert die Forderung: „Holm hat gute und mutige, aber in Düsseldorf zu wenig anerkannte Arbeit geleistet. Die öffentlich genannten negativen Faktoren – die im speziellen für Holm und für das Schauspielhaus gelten – sind bedauerlicherweise schon lange für die schlechte Atmosphäre in der Düsseldorfer Kulturlandschaft symptomatisch und haben sich gegenwärtig anlässlich der Haushaltsetatberatungen noch zugespitzt:

- Kürzungen dürfen nicht mal Kürzungen genannt werden,
- kaum direkte Kommunikation mit den Verantwortlichen,
- mangelnde Unterstützung bei Bau- oder Personal-Problemen,
- öffentliche Kritik am städtischen Handeln wird über Presse gemaßregelt,
- druckvoller und wenig partnerschaftlicher Umgang mit den Kulturakteur_innen der Stadt,
- Unternehmensberater werden durch Institute gejagt – ohne Mandat und mit intransparenten Aufgabenstellungen,
- Menschen, Vereine und Künstler_innen, die sich jahrelang für diese Stadt mit hohem und prägendem Einsatz um die Kulturlandschaft verdient gemacht haben, sehen sich aktuell weiteren Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingung ausgesetzt.

Auch die Stadtspitze sollte sich Fragen stellen, wenn ein international renommierter Intendant erschöpft und erkrankt Düsseldorf verlassen muss, damit dies der einzige Rücktritt bleibt. Gute Intendant_innen werden zukünftig drei Mal überlegen, ob sie in so einer politischen Kulturlandschaft, wie sie die CDU/FDP hier anbietet, arbeiten und leben wollen.“