Antrag zu: Gründung einer Kulturloge in Düsseldorf
01. Dez 2011

Herrn
Bürgermeister Conzen
Vorsitzender des Kulturausschusses

Sehr geehrter Herr Conzen,
die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 01. Dezember 2011 zu nehmen und abstimmen zu lassen:

Der Kulturausschuss bittet die Verwaltung zu prüfen, ob die zu den Kulturveranstaltungen der Stadt nicht verkauften Eintrittskarten kostenlos an Personen mit geringem Einkommen mit Hilfe einer Kulturloge verteilt werden können.

Sachdarstellung:
Um eine erhöhte kulturelle Teilhabe von bisherigen Nicht-KulturnutzerInnen zu fördern, bedarf es kulturpolitischer Programme, die dazu geeignet sind, diese Zielgruppe zu erreichen und anzusprechen. Durch Kulturlogen können materielle und immaterielle Zugangsbarrieren zur kulturellen Teilhabe überwunden werden.

In verschiedenen Städten und Regionen (Marburg, Berlin, Hamburg und zuletzt im Ruhrgebiet) wird dieser Ansatz bereits erfolgreich durchgeführt. Die Finanzierung wird wie folgt erläutert [Auszüge aus den Webseiten]: "Die Kulturloge Marburg finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge." "Die Kulturloge Berlin finanziert sich durch Spenden, Firmensponsoring und Werbeeinnahmen über die Homepage." "Die Kulturloge Hamburg finanziert sich durch Spenden (klein und groß), Förderung, Firmensponsoring und Werbeeinnahmen über die Homepage." "Die Kulturloge Ruhr ist ein gemeinnütziger, ehrenamtlich organisierter und durch Spenden getragener Verein."

Die Idee der Kulturloge ist einfach: Sie funktioniert nach dem Tafelprinzip, hier abgewandelt auf kulturelle Veranstaltungen: es werden Karten vermittelt, die nicht verkauft werden konnten.

Kooperierende Kulturträger (Theater, Konzerthäuser etc.) stellen der Kulturloge ihre nicht verkauften Tickets für Veranstaltungen zur Verfügung, diese werden zu einem bestimmten Zeitpunkt vor Beginn der Veranstaltung an einkommensschwache kulturinteressierte Bürger und Bürgerinnen weiter gegeben. Der Vorteil für die Kulturbetriebe ist die kostenlose Werbung auf Informationsmaterialien, eine gute Reputation und volle Häuser (Auswirkungen auf die Statistik).

Der Kontakt zu den MitbürgerInnen wird durch kooperierende Sozialeinrichtungen hergestellt: Diese vermitteln Interessierte an die Kulturloge, indem sie auf das Angebot hinweisen, sich in der Kulturloge als Kulturgäste registrieren lassen zu können. Durch diese Vermittlung muss bei der Anmeldung als Gast der Kulturloge kein erneuter „Bedürftigkeitsnachweis“ erbracht werden und auch später nicht an der Abendkasse. Eingetragene Kulturgäste werden gemäß ihren angegebenen Interessen telefonisch von der Kulturloge über vorhandene Tickets informiert.

Nicht nur durch die kostenlose Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen (die zum Teil durch Ermäßigungen z. B. den Düsselpass gewährt wird) sondern durch die persönliche Ansprache würden viele der sozial Bedürftigen angeregt, kulturelle Veranstaltungen zu besuchen, bisher nicht kunstaffine MitbürgerInnen können so erreicht werden. Auch für Düsseldorf halten wir die Gründung einer Kulturloge als eingetragener Verein für wünschenswert.

Mit freundlichen Grüßen

Marit von Ahlefeld            Clara Deilmann        Toni Mörger