Änderungsantrag zu: Ulmer Höh - Auslobung Gutachterverfahren
30. Apr 2012

Ratsfrau
Antonia Frey
Vorsitzende des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung

Sehr geehrte Frau Frey,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Änderungsantrag zur Vorlage 61/ 39/2012 unter Punkt 6.1 auf die Tagesordnung der Sitzung am 30. April 2012 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung (AWM) nimmt den Auslobungstext für das Wettbewerbsverfahren zur Kenntnis und empfiehlt dem Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung (APS) bis auf den Punkt "Bauprogramm" im Teil C  eine vorlagengemäße Beschlussfassung.

Hinsichtlich des Punktes "Bauprogramm" im Teil C empfiehlt der AWM dem APS, darauf hinzuwirken, dass die Verwaltung, in Absprache mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) den Auslobungstext wie folgt ändert:

- Im Plangebiet sollen in erheblichem Maße Baugruppen unterschiedlicher Generationen ihre Projekte mit entsprechender Adressbildung realisieren können.

- Entsprechend der innerstädtischen Lage sollen von den Arbeitsgemeinschaften Vorschläge für autoarme oder -freie Wohnareale gefordert werden.

- Die Größenordnung des zu integrierenden sozial geförderten Wohnungsbaus soll auf 20-30% erhöht werden.

Sachdarstellung:
Im Auslobungstext wird das Ziel mit unterschiedlichen Worten beschrieben: Hochwertig soll es sein. Eine eigene Identität soll das neue Wohngebiet entwickeln: "Zentral steht hierbei die Entwicklung einer neuen Strukturidee für das gesamte Viertel." (S. 32). Baugruppen können viel zum Erreichen dieser Ziele beitragen und ihre Unterstützung entspricht auch vier Zielen des Stadtentwicklungskonzeptes:

- Förderung der Eigentumsbildung von (einkommensschwachen) Familien,

- Kosten- und flächensparender Wohnungsneubau für Familien,

- Wohnen in Gemeinschaft und

- Quartiersentwicklung.

Baugemeinschaften können zu 20 - 30 % geringeren Gesamtkosten eine hohe städtebauliche Qualität realisieren. Gerade urban orientierte Familien aber auch jung gebliebene Alte sind an diesen gemeinschaftlich orientierten Wohnprojekten interessiert. Eine bewusste Orientierung der städtebaulichen Entwicklung würde die hervorragende Chance bieten, auch dass auf Seite 32  formulierte Ziel wirklich zu erreichen: "Es soll ein beliebtes Quartier mit einem besonderen Ambiente entstehen."

Über die Haltestellen Merziger Straße, Tannenstraße und  Spichernplatz mit den Straßenbahnlinien 704, 707 und 715 ist das Plangebiet optimal durch den ÖPNV erschlossen. Außerdem ermöglicht die zentrale Lage den zukünftigen Bewohner/innen einen großen Anteil ihrer Mobilität als Radfahrer/innen und Fußgänger/innen abzudecken. Dies bietet insgesamt die Chance, das neue Quartier im Inneren weitgehend autofrei zu planen. Tiefgaragen oder Parkhäuser am Rand des Gebietes können Anwohner/innen und Besucher/innen ausreichend Platz für Car-Sharing Stellplätze sowie für die weiterhin notwendigen privaten PKW bieten. Im Wohngebiet können dafür die Flächen für den motorisierten Verkehr reduziert werden. So ließe sich ein deutlich ruhigeres und grüneres Wohngebiet planen, in dem dank des Platzgewinns auch zusätzliche Wohnungen realisiert werden können.

Die Sozialräumliche Gliederung klassifiziert das umliegende Gebiet als Rang 3. Der Anteil an öffentlich geförderte Wohnungen liegt mit 4,8 % unter dem stadtweiten Schnitt. Gleichzeitig finden im unmittelbaren Umfeld (z. B. auf dem ehemaligen Rheinmetall Gelände und dem Gebiet der ehemaligen Kaserne an der Tannenstraße) erhebliche Aufwertungen statt. Eine sinnvolle Durchmischung mit bezahlbarem, barrierefreien Wohnraum ist daher nötig und sinnvoll Vor dem Hintergrund, dass 50 % der Düsseldorfer Haushalte Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein – und damit auf eine geförderte Wohnung – solle ein Anteil von 20 bis 30 % der Wohnungen mit Mitteln der Wohnraumförderung des Landes gefördert werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Voelker        Uwe Warnecke