Ratsfrau Clara Deilmann zum CDU/FDP Antrag im Rat: Strukturreform der Museen
18. Apr 2013

In der Ratssitzung vom 18.4. forderte Clara Deilmann CDU/FDP auf, den Antrag Strukturreform zurückzuziehen, da er die Kulturlandschaft in Düsseldorf gefährdet.
Anschließend widerlegte sie den Antrag, der noch nicht einmal einen Hauch von Ansatz für einen GRÜNEN Änderungsantrag bot, Punkt für Punkt, .

Zu Punkt 1:
Einrichtung eines zentralen Servicebereiches

Die erwünschten "Synergieeffekte" sind hier wohl kaum zu erreichen. In den genannten Häusern gibt es nur wenige Stellen. Eine Stelle für das Marketing sucht man vergebens. Wollte die CDU die Häuser unterstützen, könnte sie sicherlich eine zusätzliche zentrale Stelle für das Marketing schaffen, aber das würde sie wohl kaum als "Synergieeffekt" bezeichnen. Die Öffentlichkeitsarbeit wird von einzelnen Mitarbeitern "mitgemacht" (die Themen der Spezialmuseen sind eben auch sehr spezielle Fachthemen und können nicht von jedem durchblickt werden), danach gehen die PMs zu einer bestehenden zentralen Stelle, dem Amt für Kommunikation. Also auch hier kein "Synergieefekt" in Sicht.
Bei Technik und Verwaltung ist der Synergieeffekt der Häuser bereits vorhanden: Jedes Institut teilt sich mit anderen Hausmeister und Techniker zu je einem Drittel. Genauso wie bei allen anderen Organisatorischen Aufgaben. Selbst der Einkauf wird zentral erledigt.

Zu Punkt 2:
Prüfung der Organisationsstrukturen des Kulturamtes und der Quadriennale GmbH

Die Prüfung des Kulturamtes hat bereits stattgefunden. Jetzt also noch einmal? Die Quadriennale GmbH wurde in ihren Mittel von CDU und FDP derart zusammengestrichen, dass eine Überprüfung der Arbeitsfähigkeit interessanter wäre. Wenn man die Quadriennale abschaffen will, dann doch bitte sofort und ohne eine überflüssige und teure Prüfung der Organisationsstrukturen!

Zu Punkt 3:
Nutzung von Spezialwissen einzelner Mitarbeiter

Spezialwissen ist eben Spezialwissen. Es ist wunderbar sein Wissen weiterzugeben, aber in den Punkten, in denen eine Zusammenarbeit Sinn macht, arbeiten die Institute bereits zusammen. Das Wissen über die Entwicklung der Keramik wird dem Filmmuseum sicherlich nicht viel nutzen.

Zu Punkt 4:

Eigenverantwortung der Institute / Bildung von Rücklage / Rechtsform einzelner Häuser

Die wirtschaftliche Eigenverantwortung der Institute wird nicht durch eine Deckelung der Kosten gestärkt! Das heißt im Grunde nur: Wenn die Energie teuerer wird und die Mitarbeiter einen höheren Tarifabschluss aushandeln, bezahlt es selbst und spart dafür an der Leistung des Museums. Zudem sollen die Institute noch Rücklagen aus den längst schon gekürzten Mitteln bilden. Wahrscheinlich um die eigenen Museumsgebäude zu restaurieren, die die Stadtregierung seit Jahren nicht instand gehalten hat.

Zu Punkt 5:
Entwicklung einer Corporate Identity der Düsseldorfer Kunst und Kultur

Das ganze wurde bereits 10 Tagesordnungspunkte vorher mit der neuen Dachmarke in dieser Ratssitzung beschlossen. Ist aber eine ganz tolle neue Idee nicht auf die Vielfalt der städtischen Kulturangebote zu setzen sondern alles gleichzumachen.

Zu Punkt 6:
[…] in Abstimmung mit den Leiterinnen und Leitern der Kulturinstitute entwickelt und umgesetzt werden

Was soll denn noch in Abstimmung entwickelt werden? Immerhin hat man bisher und insbesondere vor der Reform zu wenig, oder gar nicht mit ihnen kommuniziert.
GRÜNE Kulturpolitik sieht anders aus – ganz anders. Wir sind überzeugt, dass Düsseldorf einen Kulturentwicklungsplan braucht und werden hierfür ab jetzt konsequent ringen und kämpfen.