Antrag zu: Kulturamt - Beiräte und Förderpreise, Produkt 025 281 010 (Haushaltsberatung 2011)
25. Nov 2010

Herrn
Bürgermeister Conzen
Vorsitzender des Kulturausschusses

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Conzen,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag unter Tagesordnungspunkt 32 auf die Tagesordnung der Sitzung am 25. November 2010 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

1. Der Kulturausschuss beschließt, die Verwaltung zu beauftragen, analog zu den Beiräten Tanz und Theater, Musik, Literatur und Bildende Kunst einen Beirat Film und Neue Medien einzurichten und eine Satzung zu entwerfen. Die Besetzung soll den anderen Beiräten gleichen. Der Beirat soll mit einem Etat von 80.000 € für die Förderung von Film- und Medienkunst ausgestattet werden.

2. Die Zuschüsse für die Beiräte Bildende Kunst, Tanz und Theater, Musik und Literatur werden um 20 % erhöht.

3. Der Kulturausschuss beschließt, im Bereich Darstellende Kunst einen zweiten Förderpreis (4.000 €) einzusetzen, um für den Bereich Dramaturgie, Bühnenbild, Schauspiel und  Regie und den Bereich Tanz und Choreographie jährlich jeweils einen Preis vergeben zu können.

Sachdarstellung:
Mit einer Erweiterung der Beiräte und der Förderpreise wollen wir einige der Hinweise und Handlungsempfehlungen aus dem Kulturwirtschaftsbericht aufgreifen. Die von der Stadt Düsseldorf eingesetzten Instrumente der Künstlerförderung bewertet der Kulturwirtschaftsbericht als  „in der kommunalen Künstlerförderung, zumindest in größeren Städten, üblich“ (Kulturwirtschaft in Düsseldorf, S. 53).

Darüber hinaus wird in den Handlungsempfehlungen des Kulturwirtschaftsberichtes explizit die „Berücksichtigung neuerer Positionen in der Bildenden Kunst“ erwähnt (S. 77) sowie die Bedeutung von Preisen für KünstlerInnen erläutert: „ Für die Künstler selbst leisten Preise bekanntlich ein Doppeltes: Sie können, je nach Ausstattung, Zubrot zum Lebensunterhalt sein. Darüber hinaus können sie durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit die Bekanntheit des Künstlers und somit seine Chance auf Erfolg im Kunstmarkt erhöhen“ (S. 78).

Die wissenschaftliche Evaluation verschiedener Förderstrategien hat belegt, dass eine wenig spezifizierte Förderung nach dem „Prinzip Gießkanne“ weniger Erfolg versprechend ist als die gezielte Unterstützung bestimmter Teilsegmente.  Grundlage einer solchen Strategie ist die Identifizierung bereits vorhandener Stärken.

Die Entwicklung der letzten Jahre hat auch in Düsseldorf im Bereich Film und Neue Medien zu einer zunehmenden öffentlichen Aufmerksamkeit geführt. Gleiches gilt für den Bereich Tanz.

Auch der Deutsche Kulturrat forderte am 12.10.2010: „Die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur gehört zu den Pflichten von Bund, Ländern und Kommunen.“

Mit freundlichen Grüßen

Marit von Ahlefeld        Toni Mörger        Clara Deilmann