Anfrage zu: Biozidbelastung
25. Jun 2013

An Ratsherrn
Andreas Hartnigk
Vorsitzender des Bauausschusses

Sehr geehrter Herr Hartnigk,

im Frühjahr dieses Jahres wurde bekannt, dass über mehrere Jahre deutlich Grenzwertüberschreitungen bei Bioziden in Gewässern gemessen wurden. In diesem Zusammenhang wird auch über mögliche neue Quellen der Belastung diskutiert. Neben dem bekannten Eintragsweg über die landwirtschaftliche Nutzung als Pflanzenschutzmittel wird insbesondere auf den Einsatz von Bioziden bei der nachträglichen Wärmedämmung von Gebäuden verwiesen.

Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 25.06.2013 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie wird die Biozidbelastung im Abwasser, in den Oberflächengewässern sowie im Grundwasser in Düsseldorf überwacht?

2. Welche Messergebnisse liegen der Verwaltung zur Biozidbelastung der Düsseldorfer Gewässer vor?

3. Werden bei der nachträglichen Fassadendämmung an städtischen Gebäuden biozidhaltige Baustoffe eingesetzt?

Sachdarstellung:
Die klassische Quelle für Biozide ist die Schädlingsbekämpfung, wo die Langzeitwirkung und die Umweltbelastung genau erforscht wurden. Während diese Verwendung deutlich zurück gegangen ist und der Einsatz nur in einem sehr engen Rahmen ermöglicht wird, ist der Eintrag aus Produkten zur Wärmedämmung von Gebäuden bislang weitgehend unerforscht und unkontrolliert.

An nachträglich gedämmten Fassaden werden Biozide über Farben oder Anstriche aufgetragen und durch behandeltes Dämmmaterial verbaut, was das Wachstum von Algen und Pilzen verhindern soll. Problematisch ist jedoch, dass die Giftstoffe vom Regen aus der Fassade gewaschen werden und im Boden versickern oder über das Abwasser in die Kläranlagen gelangen.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Gormanns            Thomas Eggeling            Björn Syffus

Antworten der Verwaltung