BV 2 Anfrage: Pilotprojekt „Pfandringe“ im Stadtbezirk 2
21. Okt 2014
Pfandring Variante 1

Pfandring Variante 1

Pfandring Variante 2

Pfandring Variante 2

An den Vorsteher der
Bezirksvertretung 2
Herrn Dr. Uwe Wagner

Sehr geehrte Herr Dr. Wagner,

die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, die folgende Anfrage auf die Tagesordnung zur Sitzung der Bezirksvertretung 2 am 21.10.2014 aufzunehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen.

1. Hat die Verwaltung sich bereits mit dem Konzept so genannter Pfandringe befasst?

2. Hat die Verwaltung bereits einen Pilotversuch erwogen?

3. Wäre ein solches Pilotprojekt an S-Bahnhöfen, hochfrequentierten Aus- und Umsteigestationen und Veranstaltungsorten im Stadtbezirk 2 umsetzbar?.
 
Sachdarstellung:
Der Pfandring ist ein Zusatz für öffentliche Mülleimer/ Straßenlaternen zum Abstellen von Pfandflaschen. An vielen Orten in der Stadt gibt es pfandpflichtige Flaschen und Dosen zu kaufen, allerdings gibt es weitaus weniger Annahmestellen, die zur Rücknahme verpflichtet sind. Da das Flaschen- und Dosenpfand vergleichsweise gering ist, sinkt die Hemmschwelle Pfandgut wegzuwerfen zunehmend. So gelangen Glas und andere Wertstoffe in den Restmüll und werden verbrannt, ohne einer entsprechenden Wiederaufbereitung zugeführt zu werden.

Menschen mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen sammeln Pfandflaschen und -dosen, um sich ein Zubrot zu verdienen. Dafür müssen sie in die Mülleimer greifen, in denen sich neben Speiseresten regelmäßig ebenfalls Scherben, Spritzen oder Hundekottüten befinden.

Um diesen Menschen den Griff in den Mülleimer zu ersparen hat es sich in breiten Teilen der Gesellschaft eingebürgert, Pfandflaschen und -dosen neben oder auf den Mülleimer zu stellen. Nicht selten fällt das Pfandgut dann von der schmalen Oberseite des Mülleimers herunter oder kommt anderweitig zu Bruch, sodass die entstehenden Scherben nicht nur eine Gefahrenquelle darstellen, sondern auch einen erhöhten Reinigungsaufwand und damit verbundene Kosten verursachen.

Das Konzept des Pfandrings greift diese Problematik auf. Passant*innen haben hier die Möglichkeit ihr Leergut guten Gewissens in einer Halterung abstellen zu können, die die Flachen und Dosen vor dem Herunterfallen sichert. Pfandsammler*innen können das Pfandgut einfach herausnehmen, ohne unwürdig im Mülleimer wühlen zu müssen.

Flaschen und Dosen bleiben im Recyclingkreislauf und werden nicht im Restmüll verbrannt. Dies reduziert CO2-Emissionen durch unnötig verbrannte Wertstoffe. Jede Stadt hat in der Regel ein bestimmtes Modell Mülleimer, an das Pfandringe angepasst werden können (Vgl. angehängtes Bildmaterial)..

Mit freundlichen Grüßen

Katharina Fetz