Antrag mit SPD, FDP zu: Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht für freilaufende Katzen
18. Jun 2015

Sehr geehrter Herr Tacer,
die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und FDP bitten Sie, folgenden Antrag
auf die Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz am 18.06.2015 zu
nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss für Umweltschutz beauftragt die Verwaltung, geeignete Maßnahmen zur
Abwehr von Gefahren für freilebende Katzen und Katzen mit Freigang im Sinne des
Tierschutzgesetzes zu erarbeiten. Dabei sollen insbesondere die gemäß § 13b
Tierschutzgesetz und § 5 der Zuständigkeitsverordnung Tierschutz NRW notwendigen
Vorarbeiten für eine Satzung zur Kennzeichnungs-, Registrierungs- und
Kastrationspflicht für freilaufende Katzen durchgeführt werden (insb. Prüfung der
Gebietsabgrenzung).

Die Verwaltung wird beauftragt, dem Ausschuss für Umweltschutz, dem Ordnungs- und
Verkehrsausschuss sowie dem Rat der Stadt die erarbeiteten Maßnahmen sowie einen
Satzungsentwurf zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

Begründung:

Die Überpopulation von Katzen ist aus Sicht des Tierschutzes ein ernsthaftes Problem. Die
einzelnen Katzen leiden hierdurch unter Futtermangel und Verwilderung, da die Hauskatze
nicht für ein Leben in der Wildnis geeignet ist. Unkastrierte Katzen können sich zwei- bis
dreimal im Jahr fortpflanzen. Selbst bei einer konservativen Rechnung von drei überlebenden Kätzchen pro Wurf, die wiederum nach einem halben Jahr fortpflanzungsfähig sind, vermehrt sich die Population sprunghaft.
Im Sinne des Tierschutzes ist eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht sinnvoll.
Katzenhalter*innen, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, sollen diese zuvor von einem
Tierarzt bzw. einer Tierärztin kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen
lassen. Die tätowierten oder per Mikrochip gekennzeichneten Tiere sind in einer hierfür
geeigneten Datenbank zu registrieren. Dauerhaft wird dies auch zu einer Entlastung der
örtlichen Tierheime führen, die schon heute an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Als
Katzenhalter*in im vorstehenden Sinne soll dabei auch gelten, wer freilaufenden Katzen
regelmäßig Futter zur Verfügung stellt.

Mit einer Kennzeichnungs-, Registrierungs- und Kastrationspflicht ist ein Weg gewählt, der
dem Tier und den Besitzer*innen Respekt zollt, dem Artenschutz dient und durch eine
Verminderung der Anzahl dieser Katzen deren Schmerzen, Leiden oder Schäden verringern
kann. Die Abwehr von Gefahren für freilebende Katzen, aber auch für Katzen mit Freigang
(Besitzerkatzen), im Sinne des Tierschutzgesetzes wird damit erfüllt, in Verantwortung des
Menschen für das Tier als Mitgeschöpf, dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen.
Mit § 5 der Zuständigkeitsverordnung Tierschutz NRW, in Kraft seit 15. Februar 2015, ist die
Stadt Düsseldorf als Kreisordnungsbehörde ermächtigt, eine Rechtsverordnungen zum Schutz freilebender Katzen gemäß § 13b Satz 1 bis 4 des Tierschutzgesetzes zu erlassen.


Mit freundlichen Grüßen
Ursula Holtmann–Schnieder, Iris Bellstedt,  Cord Schulz