Wessen Interessen vertritt der Oberbürgermeister? - GRÜNE kritisieren Elbers Äußerungen zum Stellenabbau bei Eon
27. Nov 2011

Die Ratsgrünen haben Diskussionsbedarf zu den Entwicklungen bei Eon. Für den Ältestenrat am 5. Dezember haben sie deshalb das Thema für die Tagesordnung angemeldet. Fraktionssprecherin Iris Bellstedt erklärte dazu heute (27.11.2011): "Wir haben kein Verständnis für die Äußerungen des Oberbürgermeisters zum Stellenabbau bei Eon. In einem ersten Statement hat er die Umstrukturierungen beim Energiekonzern als positiv für Düsseldorf bewertet. Das erstaunt schon, wenn über 1000 Stellen in Gefahr sind. Auch bei seinem ausführlichen Erklärungsversuch in einem großen Samstagsinterview hört sich der OB eher wie der Pressesprecher von Eon an. Kein Wort zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die weiterhin um ihre Jobs bangen müssen. "

Ihr Sprecherkollege Norbert Czerwinski ergänzt: "Wir teilen die Einschätzung des Oberbürgermeisters, dass die Macht der Stadtverwaltung gegenüber dem Konzern nicht überschätzt werden darf. Jedenfalls nicht, wenn man so kritiklos auftritt wie der OB, der nicht wie ein ernst zu nehmender Verhandlungspartner agiert. Der OB ist ja geradezu voll des Lobes für die geplanten Umstrukturierungen, obwohl sie den Standort Düsseldorf schmerzhaft treffen werden."

Auch die Bewertung des Oberbürgermeisters, der Atomausstieg sei einer der Hauptgründe für den Stellenabbau, teilen die GRÜNEN nicht: "Eon hat seit Jahren eine verfehlte Konzernpolitik betrieben und die Investitionen in erneuerbare Energien sträflich vernachlässigt. Das müssen jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbauen", so Bellstedt.

"Beim Ältestenrat werden wir vom OB fordern, dass er bei seinem - wie er es nennt - "stetigen Austausch" mit Eon auf weitere Informationen und konkretere Zahlen für Düsseldorf drängt. Die Zukunftspläne des Konzerns werfen weiterhin viele Fragen auf", erklärte Czerwinski abschließend.