Antrag zu: Rahmenplan Industrie und Standortvermarktung Industrie
25. Nov 2010

Ratsherrn
Klaus Mauersberger
Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften

Sehr geehrter Herr Mauersberger,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 25. November 2010 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf sieht in den großen, dicht beieinander liegenden Industrie- (und Gewerbe-)flächen des Düsseldorfer Südens ein großes Potenzial für moderne Industriestandorte. Daher beauftragt er die Verwaltung, bis zum Sommer des nächsten Jahres einen Rahmenplan sowie ein Standortvermarktungskonzept dem Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung, dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften sowie der Bezirksvertretung 9 zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

Die Akteure vor Ort sind zu beteiligen. Bei der Erstellung des Rahmenplans sind die notwendigen Flächenbedarfe für die Sicherung und Weiterentwicklung von Industrie und Gewerbe festzustellen, um in diesem Zusammenhang sichtbar zu machen, ob möglicherweise auch Flächen für den Wohnungsbau oder für Grünanlagen verfügbar sein könnten.

Sachdarstellung:
Die Verlagerung des Edelstahl-Werkes von ThyssenKrupp Nirosta in Düsseldorf-Benrath nach Krefeld ist ein weiterer bitterer Verlust von Produktionsstätten und Industriearbeitsplätzen für den Düsseldorfer Süden, der seit über einem Jahrzehnt anhält. In diesem Zusammenhang ist aber auch beachtlich, dass einige Unternehmen ihre Aktivitäten am Standort Düsseldorf-Süd konzentrieren.

Künftig gilt es, die Stärken dieses Standortes zu betonen und zu sichern. Für die Nutzung der Wertschöpfungspotenziale des Düsseldorfer Südens brauchen die Unternehmen beispielsweise Planungssicherheit hinsichtlich der verkehrlichen Erschließung und für ihre industrielle Weiterentwicklung, eine Umfeldverbesserung wie beispielsweise ein Hotel sowie ein offensives Bekenntnis der Stadt zu den Industrieflächen im Düsseldorfer Süden im Rahmen der Standortvermarktung. Die Meilensteine für eine optimistischere Sicht auf den Düsseldorfer Süden sollten gemeinsam mit den Akteuren vor Ort entwickelt werden.

In diesem Erarbeitungsprozess können auch Erkenntnisse über möglicherweise vorhandene Wohnungsbauflächen - eventuell auch durch Verlagerungen - gewonnen werden. Diese werden in Düsseldorf dringend benötigt. Ihre Feststellung muss sorgfältig abgewogen werden und darf am Ende nicht dazu führen, dass die Stärken des Industriestandortes Düsseldorf-Süd geschwächt oder fraglich werden.

Düsseldorf kann keine Grundstückspreise wie auf der „grünen Wiese“ anbieten und nicht in Betriebsinterna eingreifen, aber der Erfolg der Stadt der Unternehmensberatungen hängt auch damit zusammen, dass es in der Region erfolgreiche Produktionsunternehmen gibt, die von ansässigen Unternehmensberatungen Leistungen in Anspruch nehmen.

In Nordrhein-Westfalen verfügt Düsseldorf nach Köln über die meisten Arbeitsplätze in der Industrie. Die Industrieflächen auf dem Gebiet der Bezirksvertretung 9 sind mit dem Hafen Reisholz, den Bahnanschlüssen sowie den Autobahnen 46 und 59 verkehrlich hervorragend - trimodal - erschlossen und bieten beispielsweise Platz für innovative Logistiklösungen.

Die Unternehmen, die allein dem Industriekreis-Süd angehören, sind teilweise Weltmarktführer und bieten über 11.000 Menschen Beschäftigung. Die Aktivitäten des Industriekreises-Süd werden seit Jahren mit Wohlwollen verfolgt - wie beispielsweise am 5. Juni 2008 im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften -, doch nun muss die Zukunft für den Düsseldorfer Süden auch organisiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Iris Bellstedt        Jörk Cardeneo        Susanne Ott