Städtepartnerschaft Düsseldorf / Moskau - GRÜNE: OB darf Pussy Riot nicht verschweigen
13. Sep 2012

Die Ratsgrünen begrüßen, dass der Oberbürgermeister gegenüber der Presse angekündigt hat, bei seiner anstehenden Moskaureise Anfang Oktober nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen kulturellen und gesellschaftlichen Austausch zu führen. „Da der Oberbürgermeister aber das Thema Menschenrechte bei seinen Auslandreisen - egal ob nach China oder eben Russland - gerne vermeidet, wollen wir ihn daran erinnern, dass die gesamte Kultur- und Medienwelt der westlichen Hemisphäre, alle internationalen Menschenrechtsorganisationen sowie die Spitze der Weltpolitik, den Umgang, den Schauprozess sowie das Urteil zur einer zweijährigen Lagerhaft gegen die regierungskritische Punkband Pussy Riot in Moskau heftig kritisieren“, so Fraktionssprecherin Iris Bellstedt heute (Donnerstag). „Unserer Ansicht nach wäre es beschämend, wenn unsere Städtepartnerschaft die aktuellen Ereignisse einfach ausblenden würde.“

Oberbürgermeister Elbers habe bis heute keine Stellung bezogen und schweigt zu den antidemokratischen Vorgängen in der Partnerstadt. Dabei haben selbst seine Parteikollegin, die deutsche Kanzlerin, und erst gestern sogar der russische Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew dieses ‚unverhältnismäßig harte Urteil’ beim Namen genannt.

„Wo soll es hinführen, wenn bei so umfassendem internationalem Protest nicht alle direkt Beteiligten – eben auch die Kultur- und Wirtschaftsverantwortlichen in den Kommunen – genau hinsehen und Konsequenzen ziehen? Wir könnten uns beispielsweise auch vorstellen, dass zumindest Kulturdezernent Lohe bei seiner geplanten Begrüßungsrede zur KIT-Vernissage im Rahmen des Kulturaustausches der beiden Partnerstädte am Freitagabend (14.09.12) deutliche Worte der Unterstützung für die anwesenden russischen Künstler findet“, ergänzt Marit von Ahlefeld, stellvertretende Vorsitzende des Kultur-Ausschusses und schlägt weiterhin vor: „Auch ein Angebot, den verbleibenden Pussy Riot-Bandmitgliedern, die jetzt auf der Flucht sind, humanitäre Hilfe in unserer Stadt anzubieten, würde Düsseldorf gut zu Gesicht stehen. Die Kosten für den Unterhalt könnten aus den Künstler-Stipendien des erst im Mai 2012 neu vereinbarten Kulturaustausch-Abkommens subventioniert werden.“

Quellen (12.09.12):

Nächster Termin in Düsseldorf im Rahmen des Kulturaustausches:Ausstellung: Junge russische Künstler & führende Vertreter russischer Gegenwartskunst – „i am who i am“
www.kunst-im-tunnel.de/images/ausstellungen/201204/KIT_Moskau_Einladung.pdf

PM Stadt Düsseldorf „20 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf undMoskau - eine Erfolgsgeschichte“ (11.09.12)
www.duesseldorf.de/presse/pld/d2012/d2012_09/d2012_09_12/12091110_161.pdf

Strategische Partnerschaft zwischen Düsseldorf und Moskau
Abkommen über Kulturaustausch bis 2015 unterzeichnet (24.05.12):
www.duesseldorf.de/presse/pld/d2012/d2012_05/d2012_05_24/12052211_189.pdf

www.duesseldorf.de/thema2/zugast/gaeste/201205/moskau_kultur.html

Aktuelle Meldung Dmitri Medwedew AP (12.09.12)
www.focus.de/politik/ausland/zwei-jahre-straflager-zu-hart-medwedew-fordert-freilassung-von-punk-band-pussy-riot_aid_818559.html

International Business Services - Russland
www.duesseldorf.de/wirtschaftsfoerderung/business/russland.shtml

Zwei Mitglieder von "Pussy Riot" aus Russland geflohen (27.08.12):
www.tagesschau.de/ausland/pussyriot152.html