Anfrage zu: MRSA Infektionen
23. Mär 2011

An
Herrn Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

in Folge einer Infektion mit dem methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) kommt es in vielen Fällen zu schweren gesundheitlichen Leiden, die antibiotikumresistenten Keime können vor allem bei immunschwachen Menschen zu Infektionen, Blutvergiftungen, Amputationen oder auch zum Tod führen. Die neue nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens hat sich des Themas kurz nach Amtsantritt angenommen und im Januar einen „Aktionsplan Hygiene – gemeinsam den Schutz vor Krankheitserregern verbessern“ aufgelegt.

Zu diesem Thema bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 23.03.2010 zu nehmen:

1. Inwieweit konnten im Gesundheitsamt aus dem „NRW-Aktionsplan Hygiene“ bereits Erkenntnisse oder neue Strategien für weitere Aktivitäten des Gesundheitsamtes zum größeren Schutz vor Krankheitserregern abgeleitet werden, beispielsweise in Hinsicht auf bessere Information und Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren dieses Keimes und die Vorsorge- bzw. Behandlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten im Krankenhaus und/oder beim Kontakt mit infizierten Angehörigen?

2. Sind bezüglich der geplanten Erweiterung des städtischen MRSA-Netzwerks Fortschritte zu verzeichnen und wie konnten die in den Düsseldorfer Krankenhäusern etablierten Präventionsstrukturen erweitert werden, auch im Hinblick auf die Qualität des MRSA-Managements sowie die Transparenz und einheitliche Erfassung über die in Düsseldorf aufgetretenen und behandelten Fälle?

3. Führen mittlerweile mehr als nur drei Krankenhäuser und mehrere Intensivstationen ein generelles MRSA-Aufnahmescreening (Abstrich in Mund, Nase, Rachenraum) durch, und welche Erkenntnisse hat das Düsseldorfer Gesundheitsamt über positive Screening-Ergebnisse (und nicht nur über die nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtigen Erregernachweise aus dem Blut oder der Hirnflüssigkeit)?

Sachdarstellung:
Aus Kostengründen (keine Krankenkassenleistung) wird in Krankenhäusern, in Heimen aber auch im ambulanten Bereich oft nicht konsequent genug gegen die Gefährdung durch MRSA vorgegangen. Auch die Informationspolitik vieler Krankenhäuser ist nicht nur im Hinblick auf die aufgetretenen Fallzahlen sondern sogar auch auf die im Haus vorhandenen Präventionsmaßnahmen unzureichend.

Bei einem ungezielten Test auf den homepages einiger Düsseldorfer Krankenhäuser waren Erkenntnisse über die Hygienekonzepte nicht abrufbar und zum Stichwort „MRSA“ lieferten die hauseigenen Suchmaschinen keine Treffer. Bürgerinnen und Bürgern wird eine umfassende Information damit nicht leicht gemacht.

Im Ausschuss für Gesundheit und Soziales wurde am 01.09.2010 zuletzt zu dem Thema und über die Bemühungen zur Bildung eines Städtischen Netzwerks gegen MRSA informiert. Inzwischen gibt es vom NRW-Gesundheitsministerium einen Aktionsplan Hygiene, in dem Defizite benannt und angestrebte Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes vor Krankheitserregern ausgeführt sind.

Wir bitten deshalb um Unterrichtung zum aktuellen Stand der Bemühungen des Gesundheitsamtes den Schutz vor diesem MRSA-Keim zu verbessern.

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Gormanns     Antonia Frey        Susanne Ott

Antworten der Verwaltung