Anfrage zu Kinderarmut in Düsseldorf
22. Feb 2012

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 22. Februar 2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1) Welche Maßnahmen plant die Stadt Düsseldorf, um den hohen Anteil der Kinderarmut zu verringern?

2) Welche speziellen Förderungsmaßnahmen gibt es in der Stadt Düsseldorf, um bei Kindern aus Familien mit Hartz-IV-Bezug und mit geringem Einkommen eine Benachteiligung in ihrer Entwicklung zu verhindern und mit welchem Verfahren wird ein gerechter und der individuellen Situation angepasster Förderungsbedarf von Kindern ermittelt und somit ein sinnvoller Einsatz der Förderungsmaßnahmen gewährleistet?

3) Welche Maßnahmen werden kommunal ergriffen, um Familien mit Hartz-IV-Bezug aus ihrer Gesamtsituation und ihrer Langzeitarbeitslosigkeit herauszulösen?

Sachdarstellung:
In Düsseldorf lebt mehr als jedes 5. Kind in einer Familie mit Hartz-IV-Bezug und gilt daher als arm. Mit 22,2 % liegt die Stadt Düsseldorf bei Kinderarmut sogar über dem hohen NRW- Landesdurchschnitt von 17,6 %.

Für eine Stadt wie Düsseldorf ist das besonders bemerkenswert, da die Stadt als kinder- und familienfreundlich gilt.

Armut schränkt die Lebensqualität und Zukunftschancen von betroffenen Kindern ein, daher sollten die vorhandenen Ressourcen der Stadt Düsseldorf gerecht und passend verteilt werden, um eine Chancengleichheit für alle Kinder von Anfang an unabhängig von ihrer Herkunft zu gewährleisten.

Die sozialräumliche Gliederung liefert dazu gute Anhaltspunkte, jedoch können selbst in einem Wohnquartier z. B. große Unterschiede zwischen den verschiedenen Kindertagesstätten bezüglich des Förderungsbedarfs herrschen. Zudem ist uns eine wirkliche  aktuelle Fortschreibung der Sozialräumlichen Gliederung noch nicht bekannt (angekündigt für Ende 2011). Wir müssen davon ausgehen, dass in einer schnelllebigen Zeit viele Veränderungen in allen Lebensbereichen der Stadt stattfinden.

Die Zahlen der Langzeitarbeitslosigkeit stagnieren oder steigen seit Jahren, auch die Zahl der sogenannten Aufstockern ist stetig steigend  - mit Folgen für die Kinder dieser Familien.

Mit freundlichen Grüßen

Antonia Frey       Susanne Ott           Christoph Gormanns

Antworten der Verwaltung