Anfrage zu: Altersarmut in Düsseldorf
21. Mär 2012

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 21. März 2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen und die Antwort auch dem Ausschuss zur Gleichstellung von Frauen und Männern zur Kenntnis zu geben:

1. Wie viele Seniorinnen und Senioren sind in Düsseldorf zurzeit von Altersarmut betroffen, welche Tendenz zeichnet sich zukünftig ab?

2. Wie viele Düsseldorfer Renterinnen und Rentner erhalten Grundsicherung im Alter, wie viele stocken ihre Rente durch staatliche Ergänzungsleistungen und wie viele durch einen Nebenerwerb auf (falls Zahlen durch die Agentur für Arbeit diesbezüglich bekannt sind)?

3. Welche Maßnahmen werden kommunal oder im Rahmen von Bürgerschafts- und Wohlfahrtsengagement ergriffen bzw. sind geplant, um von Altersarmut betroffenen Menschen jetzt zu helfen und präventiv die Altersarmut durch Informationsvermittlung zu mildern? (Strategien bitte differenzieren nach Geschlecht).

Sachdarstellung:
Armut ist ein Phänomen in unserer Gesellschaft, so wird in den letzten Jahren immer wieder die Altersarmut thematisiert. Die gesetzliche Rentenversicherung soll der materiellen Sicherung im Alter dienen, jedoch haben vergangene Rentenreformen die Ansprüche reduziert und die Beschäftigungsverhältnisse wie z. B. befristete Verträge, Teilzeitjobs, Minijobs und Dumping-Löhne haben zugenommen.

Unterbrochene und abgebrochene Erwerbstätigkeit erschweren die Möglichkeit, einen auskömmlichen Rentenanspruch zu erwerben. Besonders Frauen sind (und werden) stärker von Altersarmut betroffen (sein), da sie u. a. aufgrund von Familienarbeit Lücken in ihrer Erwerbsbiografie haben und öfter im Niedriglohnsektor arbeiten. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beziehen Frauen in Deutschland um 59,6 % geringere eigene Alterssicherungseinkommen als Männer (Gender Pension Gap).

Düsseldorf hat mit den „zentren plus“ eine breit gefächerte Begegnungs- und Beratungsstruktur für Seniorinnen und Senioren aufgebaut. Jedoch werden mit deren Angeboten zwangsläufig nicht alle älteren DüsseldorferInnen erreicht.

Armut im Alter ist besonders schwerwiegend, weil ältere Menschen weniger Möglichkeiten haben, diese Situation aus eigener Kraft zu überwinden. Neben der Notwendigkeit, aktuell zu agieren und intervenieren, ist es vor allem für künftige Rentnergenerationen wichtig, präventiv der Altersarmut zu begegnen. Aufklärung über die Ursachen (und deren Vermeidung) sind nötig, z. B. zur Teilzeit, Erziehungszeit, Ehegattensplitting, Selbstständigkeit etc. Eine frühzeitige, sorgfältige weit verbreitete Informationsvermittlung auch von städtischer Seite her wäre wünschenswert.

Mit freundlichen Grüßen

Antonia Frey      Susanne Ott       Christoph Gormanns

Antworten der Verwaltung