Anfrage zur Gesundheit von Migrantinnen und Migranten
23. Jun 2009

Im Ausschuss für Gesundheit und Soziales am 1. Juli 2009 fragen wir nach, wie die Gesundheitsverwaltung der Stadt gedenkt, zur gesundheitliche Situation von zugewanderten Menschen und ihren Kindern zu verbessern: Anfrage zur Sitzung des Ausschusses am 1.7.2009
hier:  Gesundheit von Migrantinnen und Migranten

Sehr geehrter Herr Janetzki,

Düsseldorf beteiligt sich am Gesundheitsprojekt „Mit Migranten für Migranten – Inter-kulturelle GesundheitsmediatorInnen in NRW“ (MiMi-NRW). In diesem Projekt wer-den MigrantInnen als interkulturelle GesundheitsmediatorInnen gewonnen /
geschult. Zur Klärung, ob und welche weiteren Aktivitäten die Stadtverwaltung zur gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in unserer Stadt bereits entwickelt hat oder plant, bitten wir Sie,  folgende Anfrage auf die Ta-gesordnung der nächsten Ausschusssitzung am 1.7.2009 zu nehmen:

Inwieweit gibt es in der Düsseldorfer Gesundheitsverwaltung Planungen für eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation von ZuwanderInnen und ihren Kindern - beispielsweise im Hinblick auf:

  • differenzierte und umfassende Erkenntnisse über die gesundheitliche Si-tuation von Migrantinnen und Migranten,
  • verstärkte Interkulturelle Öffnung des Gesundheitsamtes und anderer Institutionen/Dienste/Personen des Gesundheitswesens,
  • Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit (beispielsweise mehrsprachige Broschüren und spezielle Ratgeber für Migrantinnen und Migranten),
  • Ausweitung von spezifischen Angeboten für die unterschiedlichen Gruppen der Menschen mit Migrationshintergrund,
  • Vernetzung zwischen den einzelnen Verwaltungsabteilungen und mit den Akteuren im Gesundheitswesen sowie den Wohlfahrtsverbänden,
  • die gesundheitliche Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis?

Sachdarstellung:

Wir wollen mit dieser Anfrage eine Diskussion um die Verbesserung der gesundheit-lichen Situation von Migrantinnen und Migranten anregen. Denn: ZuwandererInnen und deren Kinder sind aufgrund sprachlicher und kultureller Gründe in unserem Ge-sundheitssystem oft benachteiligt, gleichzeitig gehören sie im Hinblick auf ihre Ge-sundheit überproportional häufig zu bestimmten Risikogruppen. Sprachbarrieren und unzureichende Kenntnisse über die Funktionsweise des deutschen Gesundheitswe-sens erschweren darüber hinaus oft den Zugang zu präventiven, kurativen und reha-bilitativen Leistungsangeboten.

Deshalb ist die interkulturelle Öffnung der Gesundheitsdienste zwingend nötig. Auch fremdsprachige Ratgeber und Gesundheitswegweiser (welche Sprachkenntnisse sind bei MitarbeiterInnen in welchen Einrichtungen und Ärzten beispielsweise vorzu-finden) sind eine praktische Hilfestellung.

Es geht uns auch um Unterstützung und Hilfe für diejenigen, die aus ausländerrecht-lichen Gründen keine Aufenthaltsberechtigung haben, aber tatsächlich trotzdem hier leben. Gerade für Menschen ohne gültige Papiere und damit ohne Krankenversiche-rungsschutz ist es sehr schwierig, im Falle gesundheitlicher Probleme nötige Hilfe zu erlangen.  Der öffentliche Gesundheitsdienst hat hier unseres Erachtens nach eine besondere Verantwortung.

Auch halten wir eine institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ak-teuren des Gesundheitswesens und den zuständigen Abteilungen der Stadtverwal-tung in der Frage der gesundheitlichen Versorgung für ZuwanderInnen und ihre Fa-milien für sehr wichtig.

Mit freundlichen Grüßen

Antonia Frey                            Susanne Ott