Anfrage zu Schädlicher Alkoholkonsum Minderjähriger in Düsseldorf
22. Feb 2012

Herrn
Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 22. Februar 2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen und die Antwort auch dem Jugendhilfeausschuss und dem Schulausschuss zur Kenntnis zu geben:

1) Wie viele Kinder und Jugendliche welchen Alters wurden in 2010 und 2011 in Düsseldorf wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert?

2) Werden aufgrund stationärer Behandlungen sich besinnungslos getrunkener Minderjähriger das Jugendamt oder freie Träger eingeschaltet, wenn ja, welche Maßnahmen werden ergriffen, wenn nein, wieso nicht?

3) Welche Projekte und Aktionen zur Prävention und Aufklärung finden in Düsseldorf im schulischen und außerschulischen Bereich statt und was unternimmt die Stadt zusätzlich zur Eindämmung des Alkoholkonsums (Einschränkung der Alkoholabgabe, Einhaltung des Jugendschutzes etc.)?

Sachdarstellung:
Ende des vergangenen, Anfang dieses Jahres wurde in den Medien über die aktuellen Zahlen zum Alkoholtrinkverhalten, im Speziellen zum so genannten ‚Komasaufen’, von Kindern und Jugendlichen berichtet.

Obwohl immer noch alarmierend hoch, hat die Zahl der Minderjährigen, die bis zum völligen Kontrollverlust Alkohol konsumieren, in Nordrhein Westfalen abgenommen. Gegenläufig dazu ist jedoch in der Landeshauptstadt Düsseldorf ein signifikanter Anstieg der Zahlen zu verzeichnen.

Diesem Trend des schädlichen Alkoholkonsums ist eine verstärkte Präventionsarbeit entgegen zu setzen, die Gefährdung von jungen Menschen durch übermäßigen Alkoholkonsum fordert gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten.

Projekte der Frühprävention sollten in allen Schulformen und den außerschulischen Kinder- und Jugendeinrichtungen fest verankert sein. Weitere Teile der Präventionsstrategie sind u. a. die konsequente Umsetzung und Kontrolle der Jugendschutzbedingungen.

Neben der Präventionsarbeit ist eine möglich rechtzeitige Intervention bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit riskantem Alkoholkonsumverhalten von Bedeutung, verwirklicht durch Personen, die während / nach einem stationären Klinikaufenthalt aufgrund Alkoholvergiftung Kontakt und Gespräche anbieten. Dadurch kann auf den Einzelfall eingegangen werden und eine Beratung und Aufklärung im familiären Umfeld durchgeführt werden.

Alle getroffenen Maßnahmen sind in längeren Zeiträumen statt temporärer Projekte anzulegen, um eine sinnvolle und nachhaltige Verhaltensveränderung der Betroffenen und Beteiligten zu erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Antonia Frey       Susanne Ott      Christoph Gormanns

Antworten der Verwaltung