Antrag zu: Sachstandsbericht zur Suchtberatung im Rahmen des SGB II
04. Mai 2011

An
Herrn Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

über das Thema Suchtberatung im Rahmen des § 16 SGB II wurde am 12.09.2007 im Ausschuss für Gesundheit und Soziales berichtet. Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales sollte über den Sachstand und die Umsetzung der damals vorgestellten Lösungsvorschläge und Handlungsempfehlungen informiert werden. Deshalb bittet die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 04.05. 2011 zu nehmen:

Die Verwaltung wird beauftragt, noch vor den Sommerferien einen Sachstandsbericht zur Suchtberatung im Rahmen des § 16 SGB II vorzulegen. Hierbei ist insbesondere auf folgende Fragestellungen einzugehen:

• Wie viele Kundinnen und Kunden mit Suchtproblemen hat die ARGE seit 9/2007 an das Gesundheitsamt vermittelt? Wie waren die Ergebnisse (Klienten angekommen? erfolgreiche Beratung? Abbrüche?)?

• Wie viele KundInnen mit Suchtproblemen hat das Gesundheitsamt an die Suchthilfe der Wohlfahrtsverbände vermittelt? Wie waren die Ergebnisse (Klienten angekommen? erfolgreiche Beratung? Abbrüche?)?

• Welche erfolgreichen Vermittlungsstrukturen wurden durch den Sozialpsychi-atrischen Dienst und die Suchteinrichtungen der Düsseldorfer Wohlfahrtspfle-ge seit 9/2007 erarbeitet?

• Ist die Zusammenarbeit zwischen der ARGE, dem Sozialpsychiatrischen Dienst und den Suchteinrichtungen der Düsseldorfer Wohlfahrtspflege in Bezug auf die Suchtberatung im Rahmen eines Qualitätsmanagements oder ähnlicher Verfahren zwischenzeitlich eingeschätzt worden, mit welchen Er-gebnissen und wird weiterer Handlungsbedarf gesehen - falls ja: welcher?

• Wie viele Mitarbeiter/innen der ARGE sind seit 9/2007 zum Thema "Erkennen und Ansprechen von Suchtproblemen" informiert und geschult worden? Wie haben sich die Veranstaltungen auf die Beratung von  Klienten mit Suchtproblemen ausgewirkt?

Sachdarstellung:
Für die Beraterinnen und Berater im Jobcenter ist es sicher nicht immer einfach, einen besonderen Förderbedarf aufgrund einer Suchtproblematik zu erkennen. Und auch das Erkennen und die Vermittlung an entsprechende Beratungsstellen sind noch kein Garant für eine erfolgreiche Eingliederung in Arbeit. Die Voraussetzungen jedoch für das Erkennen und für die Vermittlung sollten wir optimal gestalten.

In der "Erhebung von Ansätzen guter Praxis zur Integration Suchtkranker ins Erwerbsleben im Rahmen des SGB II - Abschlussbericht" im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit wird darauf hingewiesen, dass Fachkräfte in den ARGEN (neu: Jobcenter) im Umgang mit suchtbelasteten Kunden und Kundinnen geschult werden müssen, weil dies eine wesentliche Voraussetzung für die Erkennung und Vermittlung in weitergehende Hilfen ist.

Weiter wird in dem Bericht ausgeführt, dass in den Kommunen, wo die Betroffenen eine gute Betreuung erfahren und viele KundInnen vermittelt werden, es eine enge, gute und verbindliche Kooperation zwischen Jobcentern und Suchthilfe gibt. Der Bericht soll Aufschluss für die Situation in Düsseldorf geben.

Mit freundlichen Grüßen

Antonia Frey          Susanne Ott         Christoph Gormanns