Anfrage zu: Sport- und Bewegungsangebote für alte, pflegebedürftige und demenzkranke Menschen
29. Sep 2010

An
Herrn Wolfgang Janetzki
Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Soziales

Sehr geehrter Herr Janetzki,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 29.9.2010 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Inwieweit kann aus Sicht der Verwaltung davon ausgegangen werden, dass die Bedeutung von Sport- und Bewegungsangeboten für alte und pflegebedürftige Menschen – auch für Menschen mit Demenzerkrankungen - in Düsseldorfer Heimen erkannt und dementsprechend ausreichend Angebote vorhanden sind?

2. Inwieweit sind aus Sicht der Verwaltung die Zentren plus und beispielsweise die Sportvereine mit ihren Angeboten entsprechend konzipiert, so dass die alten Menschen, die zu Hause leben und an Demenz leiden, zu Sport und Bewegung Anregungen und Teilnahmemöglichkeiten erhalten?

3. Sieht die Verwaltung hier Verbesserungsbedarf und falls ja: welche Überlegungen gibt es ggf., um mehr Sport- und Bewegungsangebote für alte Menschen – gerade für Menschen mit Demenzerkrankungen  – zu initiieren?

Sachdarstellung:
Kraft- und Ausdauertraining mit alten Menschen wird von Sportwissenschaftlern und Gerontologen schon seit längerer Zeit empfohlen, weil es das Herz-Kreislauf-System stärkt, die Sauerstoffaufnahme des Blutes verbessert und den Verlauf von alterstypischen Erkrankungen positiv beeinflussen kann. Regelmäßiges Training stabilisiert zudem Knochenbau und Muskulatur.

Die Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach beispielsweise hat als Träger von sechs städtischen Altenheimen Bewegungsangebote in das Programm für die Be-wohner der städtischen Altenheime integriert und ist dabei, dort Fitnessräume für regelmäßige Angebote einzurichten.

Förderlich sind Bewegungsprogramme auch für Menschen mit Demenz. Einige Kommunen in NRW beteiligen sich beispielsweise am Programm NADIA („Neue Aktionsräume für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen“), das die Sporthochschule Köln entwickelt hat. Ziel dieses Bewegungsangebotes für an Demenz Erkrankte ist es, durch spezielles Training die Leistung der einfachen Alltagsaufgaben deutlich zu verbessern, durch soziale Kontakte und gemeinsame Aktivität mit den Angehörigen die Lebensfreude zu steigern.

Auch Angehörige können ihre körperliche Leistungsfähigkeit steigern und erfahren Freude über gemeinsame Erfolgserlebnisse und eine wesentliche Entlastung im Pflegealltag (www.demenzservice-nrw.de).

Die bisherigen Ergebnisse entsprechender Projekte scheinen vielversprechend. Denn - gerade weil hier die Vermittlung weniger über Sprache als über das „Vormachen und Nachahmen“ läuft – sind Menschen mit Demenz in der Lage, neue Übungsinhalte zu erfassen und umzusetzen,

Mit freundlichen Grüßen

Antonia Frey    Susanne Ott    Christoph Gormanns

Antworten der Verwaltung