Anfrage zu: Gender Mainstreaming bei institutioneller bzw. Projekt-Förderung
11. Sep 2012

An
Frau Ursula Holtmann-Schnieder
Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern

Sehr geehrte Frau Holtmann-Schnieder,

unsere Anfrage zu Männervereinen in Düsseldorf, gestellt im Ausschuss für Gleichstellung von Frauen und Männern am 26.06.2012, wurde wegen des zu hohen Verwaltungsaufwands als nicht beantwortbar zurückgewiesen. Es ist nach wie vor von Interesse, in wie weit die Stadt Düsseldorf die Kooperation mit bzw. die Förderung von Institutionen mit den Grundsätzen der Gleichstellung von Frauen und Männern vereinbart.

Vor diesem Hintergrund bittet Sie die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 11. September 2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Wie viele Institutionen [Heimatvereine, Vereine, Gesellschaften, Clubs] werden von der Stadt Düsseldorf finanziell gefördert bzw. kooperieren mit der Stadt Düsseldorf?

2. Wie stellt die Stadt Düsseldorf sicher, dass die finanzielle Förderung bzw. Kooperation den Grundsätzen der Gleichstellung von Frauen und Männern nicht widerspricht?

3. Welche Erfahrungen hat die Stadt(verwaltung) Düsseldorf mit gemischten Führungsteams gemacht?

Sachdarstellung:
Der Presse der jüngsten Zeit ist zu entnehmen, dass einige Institutionen, die nur männliche Mitglieder zulassen, Probleme haben, Nachwuchs für bestimmte Positionen zu finden.

Zudem sind laut wissenschaftlicher Untersuchungen Wirtschaftunternehmen mit Frauen in ihren Reihen / ihrer Spitze erfolgreicher als jene, in denen (fast) nur Männer tätig sind. Dies lässt sich mit Sicherheit auch auf  Vereine und Verbände übertragen.

Nach wie vor bestehen Institutionen, deren Mitgliedschaft eine rein männliche ist, auch in Düsseldorf, hier unter anderem der Heimatverein „Düsseldorfer Jonges“ und die Prinzengarde „Rot-Weiß“.

Der Ausschluss von Frauen in diesen Institutionen ist zwar historisch bedingt, entspricht aber nicht der heutigen Auffassung einer gleichberechtigten, weltoffenen und zukunftsorientierten Gesellschaft.

Durch ein geeignetes Instrument sollte gewährleisten werden, dass die Institutionen, die eine Förderung durch die Stadt Düsseldorf erhalten, dieser Auffassung nicht widersprechen.

Zum Beispiel könnte mit einer entsprechenden Anlage bei Verwendungsnachweisen bei zukünftigen Anträgen eine Überprüfung und Steuerung erreicht werden (siehe als Beispiel die „Anlage Gender Mainstreaming“ zum Zuwendungsbescheid Institutionelle bzw. Projekt-Förderung der Stadt Freiburg).

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler              Birgit Müller        Karin Trepke

 

Anlage: "Gender Mainstreaming“

 

Antworten der Verwaltung