Antrag mit SPD, FDP zu: Einrichtung eines „Runden Tischs Prostitution Düsseldorf“
01. Dez 2015

An   
Ratsfrau Claudia Bednarski   
Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern

Sehr geehrte Frau Bednarski,

die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung am 1. Dezember 2015 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern beauftragt die Verwaltung, einen „Runden Tisch Prostitution Düsseldorf“ einzurichten.

Ziel der Arbeit des Runden Tisches ist die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Prostituierten in Düsseldorf. Der Runde Tisch soll sich zusammensetzen aus den mit der Thematik Prostitution befassten freien Trägern und Institutionen, sachkundigen Personen, den zuständigen Akteur*innen in der Stadtverwaltung (Amt für soziale Sicherung und Integration, Gesundheitsamt, Ordnungsamt, Gleichstellungsbüro), der Polizei und der Politik.

Sachdarstellung
In der Kooperationsvereinbarung der Ratsfraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP wurde vereinbart, einen Runden Tisch zum Thema Prostitution von Frauen und Männern unter Feder-führung des Gleichstellungsbüros einzuberufen.

Die im Runden Tisch Düsseldorf zu erarbeitenden Handlungskonzepte können beispielhaft folgende Punkte umfassen:

- die Verbesserung der sozialen und gesellschaftlichen Situation u. a. durch die Stärkung des Selbstbestimmungsrechts von Prostituierten, Beendigung von Stigmatisierung und Tabuisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit,

- die Verbesserung der Arbeitsbedingungen u. a. durch die Verhinderung von repressiven Maßnahmen und Schaffung von sicheren Räumen (vor allem im Bereich der Straßenprostitution) und verbindlichen Regelungen bezüglich Bordellen und bordellähnlichen Betrieben durch Einhaltung von Standards,

- adressatengerechte Präventionsangebote, Information, Beratung und Aufklärung im Gesundheitsschutz und Bekanntmachung der Anlaufstellen,

- den Schutz vor Gewalt und Ausbeutung und die Bekämpfung von Menschenhandel,

- allgemeine Beratung und Unterstützung unter Beachtung der unterschiedlichen und sich ändernden Zielgruppen und Herausforderungen.

Mit der Frauenberatungsstelle, der AIDS-Hilfe, dem Knackpunkt (SKFM), Flingern mobil (Caritas) und dem Trebe-Café (Diakonie) sind in Düsseldorf bereits hochqualifizierte und hoch engagierte Institutio-nen und Personen damit befasst, Prostituierte zu beraten und zu unterstützen. Diese Expert*innen sehen weiteren Handlungsbedarf.

Wichtig ist es nun, alle diese Akteurinnen und Akteure und weitere Sachverständige aus Wissenschaft und Praxis zu einzelnen Themenschwerpunkten gemeinsam mit der Verwaltung, den Ordnungskräften und der Politik an einen Tisch zu bekommen, um weiterführende Maßnahmen zu entwickeln.

Mit freundlichen Grüßen

Angela Hebeler           Bergit Fleckner-Olbermann           Laura Bradini


Antrag wurde beschlossen