Änderungsantrag mit SPD, FDP zu „Wohnen am Turm“
31. Aug 2016

An
Ratsherrn Dr. Fils
Vorsitzender des Ausschusses
für Planung und Stadtentwicklung

Sehr geehrter Herr Dr. Fils,

die Fraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP bitten Sie, folgenden Änderungsantrag zur Vorlage 61/ 105/2016 Bieterverfahren – Wohnen am Turm – Auslobungstext auf die Tagesordnung der Sitzung am 31.08.2016 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung stimmt den Inhalten des als Anlage beigefügten Auslobungstextes für das Bieterverfahren Wohnen am Turm mit den nachfolgenden Ergänzungen zu.

Auf Grundlage der angepassten Auslobung soll das Verfahren durchgeführt werden.

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1.2 Ziele des Verfahrens
Ziel des Bieterverfahrens ist es, ein umsetzungsfähiges städtebaulich-architektonisches und freiraumplanerisches Gesamtkonzept für das Baugrundstück (Kaufgegenstand und Optionsfläche) zu entwickeln. Das freiraumplanerische Gesamtkonzept muss darüber hinaus die angrenzenden Flächen mit bearbeiten (öffentliche/städtische Flächen wie IDR-Flächen). Geplant ist die Realisierung einer Wohnbebauung, ggf. mit ergänzenden öffentlichen Nutzungen wie z.B. Gastronomie. Andere Nutzungsarten sind nicht ausgeschlossen.

Die neue Bebauung muss dabei auf die besondere umgebende städtebauliche Struktur eingehen. Neben dem Rheinturm und dem Landtag befindet sich mit dem Stadttor ein weiteres Solitärgebäude im direkten Umfeld, auf das städtebaulich insbesondere hinsichtlich der Gebäudehöhenentwicklung angemessen reagiert werden muss. Grundsätzlich soll sich die neue Bebauung qualitätvoll in die Stadtsilhouette einfügen, sich dabei dem Stadttor deutlich unterordnen und den solitären Charakter des Rheinturms bewahren.

Mit der neuen Bebauung soll eine Verknüpfung zwischen Rheinuferpromenade und Medienhafen hergestellt werden. Die bestehenden Freiraumqualitäten und die Zugänglichkeit des Rheinufers sowie des Yachthafens sollen uneingeschränkt erhalten bleiben und qualitätvoll weiterentwickelt werden.

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3. Aufgabe
Im Rahmen des Bieterverfahrens soll für das engere Plangebiet (Kaufgrundstück) überprüft werden, wie dort eine qualitätvolle Wohnbebauung errichtet werden kann. Andere Nutzungsarten sind nicht ausgeschlossen. Komplementär zur Wohnnutzung sind in den Erdgeschosszonen Vorschläge für ergänzende Nutzungen erwünscht (z.B. Gastronomie, Kunst oder Kulturangebote), die einen Mehrwert für die Öffentlichkeit an diesem Standort generieren. Darüber hinaus sollen für das erweiterte Plangebiet sowie die angrenzenden Flächen (öffentliche/städtische Flächen wie IDR-Flächen) Vorschläge zur Integration der neuen Nutzung in den umgebenden Freiraum erarbeitet werden.

In besonderer Weise gilt es, die stadträumlichen Anschlüsse zu definieren und die notwendigen Wegebeziehungen sicherzustellen. Es werden positive Impulse für die Entwicklung des Außenraums erwartet, die dem „Brückenschlag“ von der Rheinuferpromenade zum Medienhafen gerecht werden. In diesem Sinne sind Vorschläge nicht nur für den Kaufgegenstand und die Optionsfläche zu machen, sondern auch für die oben genannten angrenzenden Flächen.

Die Anforderungen des wohnungspolitischen Handlungskonzeptes „ZUKUNFT WOHNEN.DÜSSELDORF“ (HKW) sind grundsätzlich  innerhalb des Plangebietes zu realisieren. Sollten die Anteile öffentlich geförderter und/oder preisgedämpfter Wohnungen nicht im Plangebiet vorgesehen werden, erfordert das HKW eine standort- und quartiersbezogene Begründung durch den Bieter. Außerdem verpflichtet sich der Bieter bereits in einer Initiierungserklärung (Entwurf siehe Anhang) und in einem städtebaulichen Vertrag mit weitergehenden Regelungen, die vor der Offenlage des Bebauungsplans unterzeichnet werden sollen, auch für den Fall einer Weiterveräußerung eine Kompensation der Anforderungen gemäß den Bestimmungen des HKW sicherzustellen.

Abhängig von der vorgeschlagenen Anzahl und Größe der Wohnungen muss der durch das Bauvorhaben ausgelöste Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen ermittelt und im Bauvorhaben gedeckt bzw. an anderer Stelle nachgewiesen werden.

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3.1.3 Stadtklima und Lufthygiene
Da das Plangebiet in einem Areal liegt, das für die hoch belasteten Innenstadtbereiche eine wichtige bioklimatische und imissionsklimatische Funktion übernimmt (vgl. „Planungshinweiskarte für die Landeshauptstadt Düsseldorf“, Karte für Stadtbezirk 3; 2012), ist bei der Baukörperstellung darauf zu achten, dass der Kaltluftstrom vom Rhein in Richtung Innenstadt sowie eine gute Durchlüftung gewährleistet bleiben. Der Baukörper soll in seiner Gebäudestellung und Höhe die Durchlüftungsschneise nur geringfügig beeinträchtigt.

Flachdächer, die zum Aufenthalt geeignet sind, sind für eine Intensivbegrünung mit einer Substrathöhe von 40 cm zuzüglich Drainschicht auszustatten. Alle anderen Dächer mit einer Neigung bis zu 15° sind extensiv zu begrünen mit einer Vegetationsschicht von mindestens 25 cm zuzüglich Drainschicht. Für Pflanzungen auf Tiefgaragen ist eine Substrathöhe von 130 cm zuzüglich Drainschicht und für Baumpflanzungen ein durchwurzelbares Substratvolumen von mindestens 50m³ vorzusehen.

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4. Beurteilungskriterien
- Kaufpreis
- Machbarkeit und Umsetzbarkeit des Projektes
- Städtebaulich-architektonische und freiraumplanerische Qualitäten

Sachdarstellung:
Erfolgt mündlich.

Mit freundlichen Grüßen

Markus Raub     Astrid Wiesendorf      Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann