Änderungsantrag zu: Wohnen am Forum Oberkassel / Heerdt – Hansaallee / Böhlerstraße
20. Jun 2012

An
Ratsherrn Dr. Fils
Vorsitzender des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung

Sehr geehrter Herr Dr. Fils,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgenden Änderungsantrag zur Vorlage 61/ 46/2012 unter Punkt 8 auf die Tagesordnung der Sitzung am 20. Juni 2012 zu nehmen und zur Abstimmung zu bringen:

Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung stimmt dem Auslobungstext (Kapitel 1 - 6 und 8) für das Gutachterverfahren – Wohnen am Forum Oberkassel – nur mit folgenden Änderungen zu:

Mix an Wohnformen und -qualitäten (4.2 Seite 18 und Übersicht Seite 19)
- Die Wohntypen D, E und F ("Stadthaus") werden auf 0% gesetzt, da sie aus städtebaulicher Sicht in diesem Gebiet mit einer sehr urbanen Struktur nicht sinnvoll sind.
- Der Anteil des Wohntyp A wird im Gegenzug auf 40% erhöht.
- Der erwünschte Anteil an gefördertem Wohnungsbau (siehe 4.2.1) ist von 50 Wohneinheiten (5%) auf 200 (20%) zu erhöhen.
- Im Wohntyp C sind die Zielgruppen um „Singles“ zu erweitern.
- Bei den Wohntypen A, B und C sind auch explizit familienfreundliche Grundrisse vorzusehen. Bezahlbare Familienwohnungen erfordern beispielsweise Wohnungsgrundrisse von ca. 100 bis 120qm mit vier oder fünf Zimmern.

Nahversorgungs und Dienstleistungsangebot (4.4 Seite 18)
- Das in der Umgebung bestehende (z. B. auf der Schiessstraße) und das neu vorgesehene Nahversorgungsangebot ist nochmals kritisch zu überprüfen. Für die vorgesehene Fläche von 1200qm (Nahversorger) und 800qm (Läden) ist die Verträglichkeit nachzuweisen mit dem Ziel, Leerstand wie an der Wickratherstr./Grevenbroicherweg in Lörick zu vermeiden.
- Die für ein Gesundheitszentrum (4.000qm) sowie für Gastronomie (2.500qm) vorgesehenen Flächen sind ebenfalls kritisch zu überprüfen. Eine Reduzierung auf 1.000qm bzw. 500qm sollte vorgenommen werden.

Verkehrskonzept Heerdt/Oberkassel (5.1.1 Seite 20)
Ergänzend sind Busverbindungen z.B. Richtung Heerdt zu prüfen.

Ruhender Verkehr (5.2 Seite 22)
Die Anzahl der PKW-Stellplätze für Nahversorgung und Gastronomie ist entsprechend der angestrebten Flächenreduzierung zu reduzieren. Darüber hinaus ist der Stellplatzschlüssel der Landeshauptstadt Düsseldorf für den Einzelhandel, der an dieser Stelle ausdrücklich der Nahversorgung dient, grundsätzlich zu reduzieren, so dass insgesamt nur etwa 50 Stellplätze erforderlich werden.
Die Anzahl der PKW-Stellplätze für Gesundheit & Freizeit ist in Abhängigkeit von der Berücksichtigung des Fitnessanbieters "AlmaSport" auf 60 (ohne „AlmaSport“) oder 100 Stellplätze (mit „AlmaSport“) zu reduzieren.

Energie und Stadtklima (5.9 Seite 26)
Für die gesamte Bebauung wird Passivhaus-Standard vorausgesetzt und Plusenergiebauweise als Ziel genannt.

BürgerInnenbeteiligung
In beiden Phasen soll eine umfassende BürgerInnenbeteiligung durchgeführt werden. Dazu soll über verschiedene Instrumente und Medien eingeladen werden (beispielsweise über Pressemitteilungen, online Ankündigungen, direkte Anschreiben von MultiplikatorInnen und Postwurfsendungen in umliegenden Quartieren).

Sachdarstellung:
Das Programm des Auslobungstextes muss in einigen Aspekten dringend an die städtebauliche Lage und die Wohnungsmarktsituation angepasst werden. Insbesondere die Vorgabe eines Anteils von 20% Reihenhäusern passt weder zu den Erfordernissen des Düsseldorfer Wohnungsmarktes, noch zur urbanen Struktur der Umgebung. Daran ändert auch die moderne Bezeichnung „Stadthäuser“ nichts, es bleiben Reihenhäuser, die den Vorgaben und Hinweisen des Auslobungstextes zur kompakten Bauweise (S. 26) und zur Barrierefreiheit (S. 22) entgegenstehen. Außerdem widersprechen sie Forderungen auf Bundes und Landesebene zur Reduktion der Flächenversieglung sowie dem Ziel des Stadtentwicklungskonzepts, jährlich 2.400 Wohneinheiten zu schaffen.

Weitere Begründungen ggf. mündlich.

Mit freundlichen Grüßen

Astrid Wiesendorf        Traudl Blumenroth        Norbert Czerwinski