Anfrage nach Photovoltaikanlagen in Düsseldorf
13. Mär 2009

Photovoltaik ist ein wichtiger Bestandteil für den Ausbau erneuerbarer Energien in den Städten. Wir fragen nach, wie es damit in der Stadt Düsseldorf aussieht: Anfrage zur Sitzung des Ausschusses am 26. März 2009
hier: Photovoltaik- und Bürgersolaranlagen auf öffentlichen Dächern

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,

die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 26. März 2009 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

  1. Wieviele Photovoltaikanlagen mit welcher Leistung sind nach Kenntnis der Stadtverwaltung im Düsseldorfer Stadtgebiet installiert und wie viele hiervon mit welcher Leistung befinden sich auf Dächern und Grundstücken der Stadt sowie Betrieben an denen die Stadt Düsseldorf beteiligt ist?
  2. Wie viele Dächer der ca. 1.600 städtischen Gebäude sind systematisch auf ihre Eignung hinsichtlich Lage und Statik für Photovoltaik-Anlagen geprüft worden?
  3. Für welche Teile des Stadtgebietes liegen Laserscannerdaten vor und wie bewertet die Verwaltung die Möglichkeit, aus diesen Daten die Eignung von Dachflächen hinsichtlich der Besonnung zu errechen und in Folge die Eigentümer/-innen oder Bürgersolaranlageninteressierte auf gut geeignete Flächen hinzuweisen?

Sachdarstellung:
Photovoltaik ist für dichtbesiedelte Städte wie Düsseldorf ein wesentliches Hand-lungsfeld beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Jedoch besteht nicht im ge-wünschten Umfang Klarheit, ob mögliche Flächen hinreichend für eine Photovoltaik-Anlage geeignet sind.

Die vierte Initiative des Maßnahmenprogramms Klimaschutz der Verwaltung sieht die Vermietung städtischer Dächer für Photovoltaik-Anlagen an Investoren und Bürgersolaranlagenbetreibende vor. Investor/-inn/-en haben eine einmalige Pachtpauschale von 50 €/Kwpeak zu entrichten. Die statische Eignung ist durch den Investor nachzuweisen. Dieser Aufwand ist gerade für Bürgersolaranlagen- betreibende erheblich und scheint insgesamt nicht nachfragefördernd zu sein.

Will die Verwaltung ihr formuliertes CO2-Minderungsziel erreichen, sollte möglichen Investoren in Solarenergie im Vorfeld mehr Klarheit über geeignete Flächen verschafft werden. Dies würde die entsprechende Investitionsbereitschaft sicher steigern.

Die Stadt Osnabrück hat in Zusammenarbeit mit der örtlichen Fachhochschule einen innovativen Weg als Antwort auf dieses Informationsdefizit  beschritten: Mit Beflie-gungen wurden Laserscannerdaten erhoben – wie sie auch für 3D-Modelle benötigt werden – und aus diesen die solare Eignung der Dachflächen errechnet. Diese Daten wurden dann im Internet veröffentlicht. In Folge wurden in einem kleinen Test-gebiet 200 Eigentümer/-innen auf die Eignung ihrer Dachflächen hingewiesen. 70 Ei gentümer/-innen sagten daraufhin zu, bald in Solarenergie investieren zu wollen, welches Investitionen von ca. 11 Mio. € auslösen würde. Die Stadt Osnabrück hat das Datenmodell so überarbeitet, dass es auf Datensätze anderer Städte recht einfach angepasst werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Hinrich Bornebusch