Antrag mit SPD, FDP zu: Klimaschutz durch Fernwärme in städtischen Immobilien
08. Apr 2016

An
Ratsherrn Philipp Tacer
Vorsitzender des Ausschusses für Umweltschutz

Sehr geehrter Herr Tacer,

im Namen der Ratsfraktionen von SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP bitten wir Sie, folgenden Antrag in der Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz am 8. April 2016 zur Abstimmung zu bringen:

1. Der Ausschuss für Umweltschutz bittet die Verwaltung, für städtischen Immobilien an der Brinkmannstraße / Auf´m Hennekamp die gebäudespezifischen Wärmebedarfsmengen sowie die voraussichtliche Betriebsdauer der vorhandenen Wärmeerzeugungsanlagen in den o. g. Objekten zu ermitteln.

2. Der Ausschuss für Umweltschutz bittet die Verwaltung, auf Basis der ermittelten Daten mit den Stadtwerken Düsseldorf eine Anschluss- und Investitionsplanung abzustimmen, um die o. g. städtischen Immobilien an das Fernwärmeversorgungssystem kurz- bis mittelfristig anzuschließen.

3. Der Ausschuss für Umweltschutz bittet die Verwaltung, den Ausschuss spätestens in seiner Sitzung am 25. August 2016 über die o. g. Daten und Ergebnisse erfolgter Abstimmungsgespräche mit der Stadtwerke Düsseldorf AG zu informieren.

Sachdarstellung
Bau und Inbetriebnahme des GuD-Kraftwerks „Fortuna“ Auf der Lausward erweitern die Möglichkeiten, das bestehende Fernwärmenetz in Düsseldorf auszubauen. Damit besteht zugleich die Chance, sowohl die CO2-Emissionen sowie Luftbelastungen unterschiedlicher Art dauerhaft zu vermeiden, weil durch den Anschluss an das Fernwärmesystem eine Vielzahl von Einzelfeuerstätten entfallen kann.

Im Bereich bislang noch nicht angeschlossener Straßenzüge und Stadtviertel bieten Gebäude mit hohen Wärmebedarfsmengen eine Basis, Investitionen in den Fernwärmenetzausbau durch die Stadtwerke Düsseldorf AG zu forcieren. Unter diesem Aspekt bieten die Schul- und Verwaltungsgebäude in der Brinkmannstraße / Auf´m Hennekamp hervorragende Möglichkeiten, diese städtischen Gebäude an das Fernwärmenetz anzubinden bzw. den Netzausbau in dieser Straße voranzutreiben. Den städtischen Immobilien kommt dabei eine zentrale Position zu, da diese mit ihren Wärmebedarfsmengen eine „Ankerposition“ für weitere Anschlüsse auf privaten Grundstücken übernehmen. Für die Stadtwerke Düsseldorf AG ergibt sich damit eine hohe Investitionssicherheit dieses Anschlussgebiet.

Neben einer Entlastung der Umwelt von vermeidbaren Luftbelastungen, ergeben sich für die an das Fernwärmesystem angeschlossenen Immobilien zusätzliche Vorteile, weil der Wartungsaufwand für eine Fernwärmeübergabestation (Etagen- oder Zentralverteilung sind möglich) deutlich unter den Kosten für eine konventionelle Heizung liegt. Langfristig ergeben sich zusätzliche Kostenvorteile, weil die Lebensdauer einer Übergabestation doppelt so lang sein kann, wie die einer konventionellen Heizung.

Zugleich bietet die vom Kraftwerksblock „Fortuna“ erzeugte Fernwärme die Möglichkeit zur Erzeugung von Kälte, um z. B. Räume mit Wärme abstrahlenden Maschinen oder bislang nur unter hohem Kostenaufwand zu klimatisierenden Wohnund Gewerberäumen zu kühlen. Gegenüber einer elektrisch betriebenen Klimatechnik lassen sich u. U. erhebliche Kostenvorteile generieren.

Durch einen beschleunigten Fernwärmenetzausbau (nicht nur in dieser Straße) und den Anschluss der kommunalen Immobilien an das Fernwärmesystem motiviert die Stadt auch private Grundstückseigentümer, Wohnungsbaugesellschaften und auch Unternehmen, sich ebenfalls zeitnah an das Fernwärmenetz anzuschließen.

Weiter Erläuterungen erfolgen mündlich in der Sitzung.

Mit freundlichen Grüßen

Ursula Holtmann-Schnieder           Iris Bellstedt           Cord Schulz