Anfrage zu: Ausbildungssituation und Rahmenbedingungen der Auszubildenden und Fachkräfte in der Düsseldorfer Hotel- und Restaurantbranche
06. Sep 2012

An Ratsherrn
Klaus Mauersberger
Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften

Sehr geehrter Herr Mauersberger,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 06. September 2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung zur angespannten Situation und Rahmenbedingungen - wie z. B. geringer Lohn, Wohnungsmangel im unteren Preissegment, Überstunden der Azubis - und in Bezug auf den Bedarf von Fachkräften im Düsseldorfer Hotel- und Gaststättengewerbe mit Ausbildungsstart Herbst 2012 vor?

2. Wie und mit welchen Gremien und/oder konkreten Projekten stellt sich die Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit den beteiligten Institutionen (Schulen, Berufsschulen, IHK, Arbeitsagentur, DMT, Wirtschaftsförderung, Gewerkschaften und/oder Dehoga etc.) hinsichtlich einer Förderung des Fachkräftemangels in diesem Segment genau dar?

Sachdarstellung:
Für Düsseldorf ist der Tourismus bekanntlich ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig – hier sollte daher auch nachhaltig der Nachwuchs der Tourismusbranche gestärkt werden.

Der aktuelle positive verhandelte Tarifabschluss der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat für Auszubildende im Hotel- und Gaststättengewerbe ein Gehaltsplus von künftig 1440,- EUR im Laufe der üblichen 3-jährigen Ausbildung plus Weihnachtsgeldgarantie ausgehandelt.

Dies ist ein wichtiges Signal an die Auszubildenden zur/zum Hotelfachmann/-frau und zur/zum Restaurantfachmann/-frau für einen Sektor, der in einem Zufriedenheits-Ranking Mitte 2011 des DGB die beiden letzten Plätze belegte:

Die Gründe hierfür sind überdeutlich nachzuvollziehen: Zu viele Nachtschichten und unbezahlte Überstunden, Konkurrenzdruck durch Schwarzarbeit und schlechte Arbeitsplatz-Ausgestaltung gehören zur Tagesordnung in Hotels und Gaststätten. Laut einem Zeitungsbericht Anfang August 2012 bleiben mehr als zwei Drittel der Vollbeschäftigten in der Tourismusbranche unterhalb der Niedriglohn-Grenze.

Das ist angesichts des sich zukünftig noch mehr zuspitzenden Fachkräftemangels, auch durch den sich aktuell weiter zuspitzenden Demografiewandel mit niedrigen Zahlen von Neu-Azubis ein großes Problem. Darüber hinaus können es sich viele Jugendliche heutzutage aussuchen, in welcher Branche sie arbeiten wollen – und attraktivere Ausbildungsplätze suchen. 

Die Arbeitgeber, Institutionen und Politik in den Kommunen sollten entsprechend druckvoll reagieren und dafür sorgen, dass flächendeckend für gute Arbeit angemessene Löhne bezahlt werden.
Quellen (Stand 20.08.2012):
www.ngg-nrw.de/tarifinformationen/tarifrunde-2012/
www.ngg.net/branche_betrieb/gastgewerbe/traurige-wahrheit-und-weckruf/


Weitere Begründungen erfolgen gegebenenfalls mündlich.


Iris Bellstedt                Jörk Cardeneo                    Susanne Ott

Antworten der Verwaltung