Anfrage zu: Universität und Stadt. Die Universität als Faktor der Stadtentwicklung.
28. Sep 2012

An
Klaus Mauersberger
Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften

Sehr geehrter Herr Mauersberger,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 28. September 2012 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Birgt der Mangel an bezahlbaren Wohnungen aus Sicht der Wirtschaftsförderung die Gefahr, dass AbsolventInnen der Düsseldorfer Hochschulen andere Wohn- und Arbeitsorte für ihren Berufsstart vorziehen und die Düsseldorfer Wirtschaft somit junge Fachkräfte verliert?

2. Welche Bedeutung hat aus Sicht der Verwaltung das Angebot an preiswertem Wohnen für die Bindung von Studierenden und BerufsstarterInnen an die Stadt Düsseldorf?

3. Welche Maßnahmen ergreift die Verwaltung, um das Wohnen für AbsolventInnen der Uni und der Fachhochschulen attraktiver zu machen und eine mögliche Abwanderung nach Studienabschluss zu verhindern?

Sachdarstellung:
Mit der Planung der neuen Fachhochschule ergeben sich potenzielle Entwicklungschancen nicht nur für den Stadtteil Derendorf, sondern auch für die Landeshauptstadt insgesamt. Vergleiche mit bisherigen Studien zu regionalökonomischen Effekten kommen insgesamt zu einem positiven Ergebnis.

Weniger untersucht, aber gleichwohl bedeutend, sind die so genannten Produktivitätseffekte, also inwieweit der Universität und der Fachhochschule die Funktion zukommt, Studierende mittelfristig in die Stadt zu ziehen, bzw. potenzielle AbwandererInnen für das Studium und den Berufsstart in der Stadt zu halten.

AbsolventInnen, die in der Region verbleiben, bedeutet auf die lange Sicht, EinwohnerInnen mit relativ gutem Einkommen zu haben, das sich wiederum positiv auf die Wirtschaft auswirken kann.

Besonders bei der Bindung von Studierenden haben wir jedoch in einigen Wirtschaftsbereichen ernste Probleme. Im Kulturwirtschaftsbericht 2010, S. 95, wird davon gesprochen wie schwierig es sei, Berufs- und StudienabsolventInnenen in Düsseldorf zu halten:

„[…] in der Regel verlassen vor allem die jungen Kreativen zu Berufseinstieg Düsseldorf. Es zieht sie nach Hamburg und Berlin“. Für viel Geld, teilweise zum Doppelten, müssen Sie dann wieder „zurück gekauft“ werden.

Für die schwache Bindung von StudentInnen in Düsseldorf scheinen im Wesentlichen drei Faktoren verantwortlich:

Zum Einen sind anscheinend andere Städte im Bewusstsein junger Menschen attraktiver als Düsseldorf. Zum Zweiten ist es bei der Universität ein städtebauliches Problem. Die isolierte Lage hat die Universität zu einer Pendleruni werden lassen, welches der Identifikation und der Bindung an die Stadt nicht sehr förderlich ist. Drittens ist es bei dem angespannten Wohnungsmarkt sowohl für Studierende wie auch für BerufsstarterInnen sehr schwierig, in Düsseldorf Fuß zu fassen.

Eine proaktive Förderung von studentischem Wohnen und grundsätzlich von preiswertem Wohnen wäre von allgemeinem öffentlichem Interesse und unterstützt die standortpolitischen Anforderungen der Zukunft Düsseldorfs.

Quellen (11.09.12):
Kulturwirtschaftsbericht 2010
www.duesseldorf.de/kulturamt/pdf/ku_wi_bericht.pdf

Jörk Cardeneo         Iris Bellstedt         Uwe M. Warnecke

 

Antworten der Verwaltung