Anfrage zu: Musikbranche Düsseldorf: Bedeutende Akteure der Kreativwirtschaft – Kenntnisse und Förderung
21. Mär 2013

An
Klaus Mauersberger
Vorsitzender des Ausschusses
für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Liegenschaften

Sehr geehrter Herr Mauersberger,

die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung am 21. März 2013 zu nehmen und durch die Verwaltung beantworten zu lassen:

1. Welche aktuellen Kenntnisse zur Musikwirtschaft (Kennzahlen, vergleichende Anteile an Wirtschaftsdaten, wie Umsätze usw.) liegen der Wirtschaftsförderung vor – ggf. aufgeschlüsselt nach Unterbranchen und welche die wichtigen Akteure gibt es in der Stadt: Komponisten, Musiker/DJs, Interpreten, Produzenten, Ensembles/Bands (m/w) sowie Musikverlage, Clubs & Diskotheken, Labels, Konzert-, Veranstaltungs- und Promotionagenturen, Veranstalter, Musikfachhandel etc.

2. Wie stellen sich die städtischen Förderprogramme oder ggf. eine Strukturförderung für diesen Sektor innerhalb der Kreativwirtschaft genau dar?

3. Bei welchen Projekten und mit welchen Verbänden und/oder Unternehmen arbeitet die Wirtschaftsförderung mit welchen Ergebnissen zusammen: auf Bundes-, Landes- oder interkommunaler Ebene?

Sachdarstellung:
Die Kunst- und Kreativwirtschaft ist einer der bedeutendsten Wirtschafts- und Tourismuszweige Nordrhein-Westfalens und ist ein wichtiger Treiber ökonomischer Entwicklungen und Innovationen auch in anderen Wirtschaftsbranchen.

Gemessen an den Erwerbstätigen und den Bruttowertschöpfungen liegt dieser noch deutlich vor dem Maschinen- und Kraftzeugbau, der chemischen Energie und der Energiewirtschaft.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist neben Köln einer der beiden Hauptansiedlungspunkte innerhalb Nordrhein-Westfalens. Einen nennenswerten Anteil am Erfolg der Kreativwirtschaft hat auch die Musikwirtschaft.

Laut dem Kreativ Report des Landeswirtschaftsministeriums NRW hat die Musikindustrie 2011 über 1,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. 30 % des bundesweiten Umsatzes der Musikindustrie werden in NRW erzielt. Im Kulturwirtschaftsreport Düsseldorf (Basisdaten aus 2007) liegen die Musikbranchen-Umsatzzahlen sogar noch höher, als die der Teilmärkte Kunst- und Filmwirtschaft.

Die wissenschaftliche Evaluation verschiedener Förderstrategien hat belegt, dass eine unspezifizierte Förderung weniger Erfolg versprechend ist als die gezielte Unterstützung bestimmter Teilsegmente der regionalen Wirtschaft.

Hinzu kommt, dass es für die Musikwirtschaft in NRW zudem starke Anzeichen gibt, dass hier „prekäre Selbstständigkeit“ unter Künstlern, Technikern, kleinen Labels und Veranstaltern recht weit verbreitet ist. Somit ist es fraglich, ob ein Förderungs-Fokus allein auf wirtschaftlichen Erfolg sinnvoll ist (Anschubfinanzierung).

Denn: Auch unter dem Tourismus-Aspekt ist eine lebendige Club-, Konzert- oder Festivallandschaft in der Landeshauptstadt eine wirtschaftliche Triebfeder. Vom Imagefaktor für Düsseldorf ganz zu schweigen.

Quellen & Weiterführende Informationen:
Cluster Kultur & Kreativwirtschaft
creative.nrw.de/branchen-maerkte/musikwirtschaft.html
(Stand: 05.03.13)

Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein Westfalen (2012): Kreativ-Report , Düsseldorf
creative.boros-dev.de/fileadmin/files/downloads/Publikationen/Kreativ-Report_NRW.pdf
(Stand: 05.03.13)

Kulturwirtschaftsbericht Stadt Düsseldorf
www.duesseldorf.de/kulturamt/pdf/ku_wi_bericht.pdf
(Stand 07.03.13, S. 22ff., und S. 112)

VUT – Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen
vutwest.wordpress.com
(Stand: 05.03.13)

Mit freundlichen Grüßen

Iris Bellstedt        Jörk Cardeneo        Uwe M. Warnecke

Antworten der Verwaltung